The Past Through Narratology
Zitierempfehlung (Kapitel)

Kiperwasser, Reuven und Ruzer, Serge: Aramaic Stories of Wandering in the High Seas of Late Antiquity, in: Fafinski, Mateusz und Riemenschneider, Jakob (Hrsg.): The Past Through Narratology: New Approaches to Late Antiquity and the Early Middle Ages, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2022 (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Beihefte, Band 18), S. 161-177. https://doi.org/10.17885/heiup.921.c13621

Weitere Zitierweisen
Lizenz

Dieses Werk ist unter der
Creative Commons License 4.0
(CC BY-NC-SA 4.0)
erschienen.
Creative Commons License CC BY-NC-SA 4.0

Identifikatoren (Buch)
ISBN 978-3-96822-108-3 (PDF)
ISBN 978-3-96822-107-6 (Hardcover)

Veröffentlicht am 12.05.2022.


Reuven Kiperwasser, Serge Ruzer

Aramaic Stories of Wandering in the High Seas of Late Antiquity

Zusammenfassung Im vorliegenden Aufsatz wird ausge­hend von einer Analyse jüdischer und christlicher Reisenarrative der Spätantike dafür argumentiert, dass sich in ihnen gemeinsame mythologische Archetypen erkennen lassen, die im jeweiligen Kontext adaptiert und mit neu­er Bedeutung und Moralität ausgestattet wurden. Sowohl im syrischen ‚Leben des Barsauma‘ als auch in mehreren Geschichten aus dem babylonischen Talmud ist die See von Meeresungeheuern und anderen mysteriösen Kreatu­ren bevölkert, was darauf hindeutet, dass den Texten ein gemeinsames Korpus an Erzählelementen zugrunde liegt. Sei es das Zähmen der Wellen, seien es magische Vögel oder Schätze auf dem Grund des Meeres – christliche und jüdische Autoren des spätantiken Nahen Ostens griffen offenbar auf bekannte narrative Muster zurück. Wie diese Autoren mit den Vorlagen umgingen, erlaubt Rückschlüs­se auf die spätantike Entwicklung erzählerischer Welten, auf die Wahrnehmung des Meeres (in Regionen, die nicht selbst am Meer lagen) und auf den interkulturellen Aus­tausch in dieser Region.