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Bücher

Miriam Régerat-Kobitzsch
»Cette reine qui fait une si piètre figure«

Die französische Königin Maria von Medici (1575–1642) galt in der Nachwelt als vulgär, verschwenderisch, machtbesessen und intrigant, ja sogar als Gattenmörderin. Dies ist das Bild, das die männlich und national geprägte Geschichtsschreibung in Frankreich seit dem Ancien Régime von ihr vermittelt hat. Ihr kulturelles und politisches Wirken wurde hierbei zu einer unbedeutenden weiblichen und italienischen Klammer zwischen der Herrschaft Heinrichs IV. und dem Ministerium Richelieus reduziert. In den historischen Meistererzählungen des 19. Jahrhunderts diente die Schilderung vermeintlicher Verfehlungen Marias von Medici überdies als Beleg für den Siegeszug einer werdenden französischen Nation, die Widerstände immer erfolgreich überwunden hatte.

Dieses Buch untersucht erstmals eingehend die bewegte Rezeption der umstrittenen zweiten Medici-Regentin im 19. Jahrhundert in Frankreich und setzt diese mit dem Bild in Perspektive, das zeitgleich in anderen europäischen Ländern von ihr entwickelt wurde. Warum überdauerten die negativen Motive ihrer Rezeption den Einschnitt der Revolution von 1789? Welchen Platz nahm diese Figur im historischen Diskurs einer sich zunehmend bürgerlich, republikanisch und laizistisch definierenden französischen Nation ein? Die Studie bietet tiefe Einblicke in die Verquickung von Geschichtsschreibung, Gesellschaft und Politik in der europaweiten Krisen- und Umbruchszeit des Nationalismus.

Erscheint Sommer 2019

Margret Scharrer, Heiko Laß, Matthias Müller (Hrsg.)
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa

Die Vereinigung der Künste im „Gesamtkunstwerk“ der höfischen Oper bildete zwar schon wiederholt den Gegenstand musikwissenschaftlicher Forschungen, doch wurde beispielsweise die spezifisch räumlich-architektonische Seite der höfischen Oper bislang kaum beachtet. Musiktheater meint aber szenische Aufführung und Architektur gleichermaßen. Beide bildeten wesentliche Komponenten herrschaftlicher Repräsentation im 17. und 18. Jahrhundert. Im Alten Reich veranlasste daher nicht nur der reichsständische Adel musiktheatrale Aufführungen, sondern auch kleinere Höfe brachten Ballette und Opern auf die Bühne. Die interdisziplinären Beiträge einer Tagung des Rudolstädter Arbeitskreises zur Residenzkultur widmen sich dem Thema in einer europäischen Perspektive und erläutern die vielfältigen Verbindungen, die zwischen dem Musiktheater und dem höfischen Raum im architektonischen, politisch-kulturellen sowie sozialen Sinn bestanden.

Erscheint Sommer 2019

Michael Wolbring
Melchior Goldast und der ‚Codex Manesse’
Mit besonderer Berücksichtigung seiner ‚Hypomnemata in aulicorum Poetarum Carmina amatoria’

Erscheint Herbst 2019