Vorschau

Vorschau und lieferbare Titel 2020/2021

Alle zurzeit lieferbaren und bis Herbst 2021 geplanten Titel finden Sie in unserer aktuellen Verlagsvorschau.

Erscheint demnächst

Sebastian Fitzner
Ein Haus für Herkules

Höfische Kultur Interdisziplinär (HKI) 3

Eigens für die fürstlichen Architekturmodelle ließ Landgraf Karl Anfang des 18. Jahrhunderts das Modellhaus errichten, ein bis dato ungewöhnliches Gebäude, das eine vielbeachtete Sehenswürdigkeit seiner Zeit wurde. Darin befand sich auch das jegliche Maße sprengende Modell des berühmtesten Kasseler Kunstwerks, des Karlsbergs mit Herkules. Anhand neu erschlossener Pläne, Akten und zeitgenössischer Reisebeschreibungen wird hier erstmals die Geschichte dieses singulären Baus und seiner fast einhundertjährigen Sammlungsgeschichte nacherzählt und – mit Blicken auf Berlin, Sankt Petersburg und Versailles – die anhaltende Bedeutung von Modellen nachgezeichnet.

Erscheint im Sommer 2021

Steve Pagel
Die Wurzeln der Kontaktlinguistik. Zur Entstehung des Sprachkontaktparadigmas in der Sprachwissenschaft

Das Nachdenken über Sprachkontakt und Sprachmischung ist von Anfang an Teil der europäisch-abendländischen Beschäftigung mit Sprache. Angefangen bei Platon, ist es lange ein recht unaufgeregtes Nachdenken, bis sich im 19. Jhd. der Blickwinkel radikal ändert: die Normalität ist weg, Kontakt und Mischung werden erst zu einem Forschungstabu und nur wenig später zum Forschungsfokus, aus dem eine eigene Disziplin, die Kontaktlinguistik hervorgeht. Dieses Buch erzählt erstmals die ganze Geschichte der Erforschung von Sprachkontakt bis an die Schwelle zum 20. Jhd. und zeigt, wie kritisch-historiografische Studien helfen können, aktuelle Debatten (z.B. in der Kreolistik) einzuordnen und voranzubringen.

Erscheint im Winter 2021

Jérôme Verdoot
Une clôture hermétique? Isolement régulier et intérêts séculiers au monastère Saint-Pierre de Lobbes, VIIe–XIVe siècle

Pariser Historische Studien 119

Im Mittelalter rechtfertigten die Benediktinerabteien ihre Existenz durch ihre Isolation von der Welt, was insbesondere durch den Topos des "desertus locus" bestätigt wurde, die zeigen, dass sich die Gründer von Abteien fernab jeglicher Zivilisation niederließen. Um zu überleben, mussten die Abteien der umliegenden Gesellschaft Waren oder Dienstleistungen abgewinnen (Oblaten, Nahrung, Schutz ...) und dafür andere zur Verfügung stellen (politische Unterstützung, Gastfreundschaft ...). Mittelalterliche Klöster waren daher tief in die Gesellschaft integriert, auch wenn sie vorgaben, von der Gesellschaft isoliert zu sein. Dieses Paradoxon des klösterlichen Lebens wird häufig in Ordensforschungen erwähnt, viel seltener jedoch für das Studium bestimmter Ordenseinrichtungen. Ziel dieses Buches ist es, diesen theoretischen Rahmen mit der Realität zu konfrontieren, die die Mönche der Abtei Saint-Pierre in Lobbes (Hennegau, Belgien) seit der Gründung dieses Klosters (7. Jahrhundert) bis zum Ende des 14. Jahrhundert gelebt haben. Konkret werden die Wechselwirkungen zwischen der Abtei und ihrem politischen und wirtschaftlichen Umfeld analysiert.

Erscheint im Sommer 2021

Uwe Israel, Marius Kraus, Ludovica Sasso (Hrsg.)
Agonale Invektivität. Konstellationen und Dynamiken der Herabsetzung im italienischen und deutschen Humanismus

Das Mittelalter – Beihefte, Nr. 17

Was bedeutet Humanismus, wer gehört zu den Humanisten? Von den Zeitgenossen wurde das nicht zuletzt durch Invektiven geklärt. Intellektuelle, die seit Mitte des 14. Jahrhunderts Rhetorik als vornehmste Methode der Tugendförderung, Wahrheitssuche und Gotteserkenntnis betrachteten, sahen gerade in gegenseitigen persönliche Herabsetzungen das Mittel zur Durchsetzung ihrer Positionen.

Bei einer interdisziplinären Zusammenschau werden Konjunkturen und Diffusionsformen der Invektiven deutlich. Welche Bedeutung kam dabei den kulturellen Milieus dies- und jenseits der Alpen zu, welche Rolle spielten wettbewerbliche Momente, wie wurden die frühen reformatorischen Auseinandersetzungen davon beeinflusst?

Erscheint im Sommer 2021

Thomas Pfeiffer, Quincy C. Lobach, Tobias Rapp (Hrsg.)
Facilitating Cross-Border Family Life – Towards a Common European Understanding. EUFams II and Beyond

Die Beiträge dieses Tagungsbandes stellen zugleich den Abschlussbericht des von der Europäischen Kommission geförderten Projekts EUFams II dar und behandeln aktuelle Entwicklungen im Bereich des Europäischen Familien- und Erbrechts. Das Projekt hatte zum Ziel, die Funktionalität und die Effektivität des Europäischen Familien- und Erbrechts zu bewerten, etwaige Probleme aufzuzeigen und Lösungsansätze zu unterbreiten. Der Abschlussbericht will zur Entwicklung eines gemeinsamen europäischen Verständnisses sowie zur einheitlichen und widerspruchsfreien Anwendung des Europäischen Familien- und Erbrechts beitragen.

Erscheint im Sommer 2021

Kurt Weissen
Die Marktstrategien der florentinischen Banken bei der Kurie

Die florentinischen Banken beherrschten mit ihren Filialnetzen und Partnern die internationalen Geldgeschäfte des 15. Jahrhunderts. Dank ihrer Präsenz an den wichtigen Handelszentren des Kontinents dominierten die Händler-Bankiers aus der Toskana die bargeldlose Abwicklung der großen Geldtransfers aus ganz Europa an die römische Kurie. Kurt Weissen untersucht, wie Kurienbankiers wie die Alberti und die Medici Deutschland von Brügge und Venedig aus an dieses Zahlungssystem anschlossen. Er zeigt auf, welche Rolle dabei die Gründung eigener Niederlassungen in Lübeck, Köln, Basel und Konstanz spielten und welche Bedeutung Kooperationen mit deutschen Handelsgesellschaften zukam.

Erscheint 2021