Vorschau

Vorschau und lieferbare Titel 2022/2023

Alle zurzeit lieferbaren und bis Herbst 2023 geplanten Titel finden Sie in unserer aktuellen Verlagsvorschau.

Erscheint demnächst

Friedrich Carl Kaiser
Carl Stamitz (1745–1801).
Biographische Beiträge – Das symphonische Werk – Thematischer Katalog der Orchesterwerke. Herausgegeben von Johannes Knüchel

Schriften zur Südwestdeutschen Hofmusik, Band 2

Musikinteressierten ist Carl Stamitz (1745–1801), der älteste Sohn von Johann Stamitz, durchaus ein Begriff, finden sich seine Kompositionen doch auf zahlreichen Tonträgern und Konzertprogrammen im heutigen Musikbetrieb. Die Musikwissenschaft hingegen schenkt diesem Komponisten aus den Reihen der kurpfälzischen Hofmusiker nicht in gleicher Weise Aufmerksamkeit. Nach wie vor ist die 1962 eingereichte Dissertation von Friedrich Carl Kaiser (1931–2008) die einzige Monographie, die sich mit Stamitz’ Leben und einem gewichtigen Teil seines schöpferischen Werkes, der Orchestermusik, systematisch beschäftigt. Sie ist ein Standardwerk, die zu Recht in jeder Bibliographie zum Thema erscheint. Bislang konnte die Dissertation nur in den auf wenige Bibliotheken verteilten Pflichtexemplaren in Typoskriptform eingesehen werden, welche noch dazu voneinander abweichen, da Kaiser über einen langen Zeitraum hinweg immer wieder Änderungen und Zusätze an seiner Stamitz-Monographie vorgenommen hat. Die vorliegende Ausgabe, die auch Kaisers Handexemplar aus dem Nachlass berücksichtigt, stellt nun der musikwissenschaftlichen Forschung eine verlässliche Leseausgabe dieses grundlegenden Textes zur Verfügung.

Erscheint im Herbst 2022

Steve Pagel
Die Wurzeln der Kontaktlinguistik. Zur Entstehung des Sprachkontaktparadigmas in der Sprachwissenschaft

Das Nachdenken über Sprachkontakt und Sprachmischung ist von Anfang an Teil der europäisch-abendländischen Beschäftigung mit Sprache. Angefangen bei Platon, ist es lange ein recht unaufgeregtes Nachdenken, bis sich im 19. Jhd. der Blickwinkel radikal ändert: die Normalität ist weg, Kontakt und Mischung werden erst zu einem Forschungstabu und nur wenig später zum Forschungsfokus, aus dem eine eigene Disziplin, die Kontaktlinguistik hervorgeht. Dieses Buch erzählt erstmals die ganze Geschichte der Erforschung von Sprachkontakt bis an die Schwelle zum 20. Jhd. und zeigt, wie kritisch-historiografische Studien helfen können, aktuelle Debatten (z.B. in der Kreolistik) einzuordnen und voranzubringen.

Erscheint im Herbst 2022

Manik Bajracharya (Hrsg.)
Slavery and Unfree Labour in Nepal. Documents from the 18th to Early 20th Century

Documenta Nepalica, Band 3

Sklaverei wurde in der Historiographie Nepals bisher nur unzureichend berücksichtigt. Der vorliegende Quellenband möchte diesem Umstand begegnen, indem ausgewählte Dokumente und Rechtstexte zur Sklaverei in Nepal vom achtzehnten bis zum frühen zwanzigsten Jahrhundert in Edition und Übersetzung zugänglich gemacht und untersucht werden. Diese Quellen befassen sich mit unterschiedlichen Aspekten der Sklaverei wie Schenkungen, Kaufverträge, Schuldknechtschaft, unfreie Arbeit, Emanzipation und Recht.

Erscheint im Winter 2022

Bijay Basukala, Niels Gutschow, Nutandhar Sharma
Patan – Vãbāhā. History and Inventory of a Newar Buddhist community in Nepal

Documenta Nepalica, Band 5

Dieser Band präsentiert den religiösen, architektonischen und textlichen Hintergrund von Vãbāhā, einem der 16 Hauptklöster von Patan, einer der drei Königsstädte des Kathmandu-Tals in Nepal. Die Geschichte des buddhistischen Klosterhofs und seiner Objekte wird zusammen mit 42 Inschriften aus der Zeit von 1596 n. Chr. bis 2021 vorgestellt.

Erscheint im Winter 2022

Christian Gründig
Französische Lebenswelten in der Residenz. Akteure, Räume und Modalitäten französisch-sächsischer Verflechtung im augusteischen Dresden, 1694‒1763

Pariser Historische Studien, Band 126

In der augusteischen Epoche (1694–1763) entwickelte sich die sächsische Residenzstadt Dresden zu einem kulturellen Zentrum des Reichs. Neue Personennetzwerke und Handelswege setzten Wissenstransfers in Gang, wobei die Verbindung zu Frankreich eine herausragende Rolle einnahm. Diese Studie richtet daher den Blick auf die Vielzahl der Französinnen und Franzosen, die für kurze oder längere Zeit in die sächsische Hauptstadt kamen. Anhand von zahlreichen Quellen aus deutschen und französischen Archiven werden die in Frankreich liegenden Voraussetzungen dieser Reisen, die sozialen Modalitäten und schließlich das französische Wirken am Hof und in der Stadt betrachtet. Dadurch entsteht ein facettenreiches, akteurszentriertes Bild des französisch-sächsischen Kulturtransfers.

À l’époque augustéenne (1694–1763), la ville de Dresde, résidence saxonne, devient un centre culturel du Saint-Empire. De nouveaux réseaux de personnes et de nouvelles voies commerciales mettent en place des transferts de connaissances, parmi lesquels les liens avec la France jouent un rôle prépondérant. Cette étude se penche donc sur le grand nombre de Françaises et de Français qui, à cette époque, séjournent dans la capitale saxonne pour des périodes plus ou moins longues. Les conditions préalables en France, les modalités sociales et enfin l’action française à la cour et dans la ville sont examinées à l’aide de nombreuses sources issues d’archives françaises et allemandes. Il en résulte un portrait centré sur les acteurs et à multiples facettes du transfert culturel franco-saxon.

Erscheint im Winter 2022

Marion Müller
Das Schloss als Zeichen des Aufstiegs. Die Ausstattung von Vaux-le-Vicomte im Kontext repräsentativer Strategien des neuen Adels im französischen 17. Jahrhundert

Höfische Kultur interdisziplinär, Band 5

Der 1661 beginnenden Alleinherrschaft König Ludwigs XIV. ging in Frankreich eine Phase intensiver baulicher Aktivität in Kreisen aufgestiegener Staats- und Finanzeliten voraus. Zu den wichtigsten der insbesondere im Pariser Umland entstandenen Anwesen zählt das für Nicolas Fouquet erbaute Schloss von Vaux-le-Vicomte, welches hier als Fallstudie für die Wechselwirkung zwischen sozialer Mobilität und Kunst dient. Der Band nimmt die unter der Federführung von Charles Le Brun zwischen 1657 und 1661 entstandene Ausstattung von Schloss und Garten in den Blick und stellt diese in den Kontext vergleichbarer Bau- und Ausstattungsprojekte der Zeit.

Erscheint im Winter 2022

Stephan Nicolussi-Köhler, Tanja Skambraks, Sebastian Steinbach (Hrsg.)
Die Materialität von Kredit. Sachüberlieferungen mittelalterlicher Schuld- und Kreditbeziehungen

Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung, Band 27 Nr. 2 (2022)

Dieses Themenheft gibt einen Überblick über die Diversität von Sachüberlieferungen mittelalterlicher Schuld- und Kreditbeziehungen in Zentral-, Nord- und Südosteuropa. In neun Fallstudien wird die Bedeutung verschiedenartiger Artefakte wie Kerbhölzer, Pfandgegenstände, Rechnungslisten oder Briefe für Kreditbeziehungen in unterschiedlichen mittelalterlichen Gesellschaften beschrieben. Es wird gezeigt, dass Kredite auf keine bestimmte ökonomische oder soziale Gruppe beschränkt waren. Unter Anwendung multidisziplinärer Zugänge, etwa aus der Archäologie, Philologie, Judaistik oder Germanistik, werden neue Aspekte des mittelalterlichen Wirtschaftens rekonstruiert, die bisher nur peripher wahrgenommen wurden.

Erscheint im Winter 2022

Jihan Jennifer Radjai-Bründl
Repräsentationen der israelischen Soldatin im Netz der Bildkulturen

Bilder von israelischen Soldatinnen sind ein populäres Motiv in der Fotografie. Auffallend ist dabei die kontroverse Vermittlung von Geschlecht und Identität: Darstellungen der israelischen Soldatin als Heldin, wie sie das israelische Militär in ihren offiziellen Bildern zeigt, stehen Fotografien gegenüber, die entweder sexualisiert oder als visualisierte Kritik am Militärdienst und der Verantwortung der jungen Soldatinnen gegenüber Staat und Volk erscheinen. Aspekte der Bildsprache und -ästhetik im kulturhistorischen Diskurs des Zionismus sowie Stereotype wie das der ›schönen Jüdin‹ in der europäischen Malerei seit dem 18. Jahrhundert stehen im Vordergrund dieser Analyse. In interdisziplinärer Arbeitsmethode wird ein Beitrag der Jüdischen Studien geleistet, der Ansätze der Geschlechterforschung mit denen der Kunst- und Bildwissenschaften vereint.

Erscheint im Winter 2022

Benjamin Beuerle, Sandra Dahlke, Andreas Renner (Hrsg.)
Russia´s North Pacific. Centres and Peripheries

Russia and the Asia-Pacific, Band 1

Die Reihe “Russia and the Asia-Pacific” untersucht die politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Wechselwirkungen des Russischen Fernen Ostens in seinem asiatisch-pazifischen Kontext sowie mit der russischen Hauptstadt in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Der erste Band behandelt aus multidisziplinärer Perspektive insbesondere die folgenden Fragen: Wie wurden und werden Weisungen aus einem tausende Kilometer entfernten Zentrum von den Akteuren in dieser Region wahrgenommen und umgesetzt? Inwieweit war und ist das Zentrum erfolgreich bei der Integration einer so weit entfernten Region wie dem Russischen Fernen Osten in seine staatlichen Strukturen oder wie scheiterte es? Wie haben sich die Vorstellungen von "Zentrum" und "Peripherie" im Laufe der Zeit verändert?

Erscheint im Winter 2022/23

Peter König, Oliver Schlaudt (Hrsg.)
Kosmos. Vom Umgang mit der Welt zwischen Ausdruck und Ordnung

Die lange Geschichte der Kosmologie mündete nicht einfach in der Spezialdisziplin der physikalischen Lehre vom Universum. Vielmehr ist die Gegenwart von einer „kosmologischen Unruhe“ gekennzeichnet, welche anzeigt, dass heute zentrale Fragen nach der Welt und unserer Stellung in der Welt neue Antworten verlangen. Ein Blick in die Geschichte und Vielfalt der Kosmologie zeigt eine „Ausdrucksform“, die sich nicht auf die Funktion des Weltbildes beschränkt, sondern viele andere Zwecke verfolgen kann und sich auf komplizierte Weise in die intellektuellen, theoretischen, aber auch politischen, ethischen und praktischen Kontexte ihrer Zeit einschreibt. Der vorliegende Band zeichnet dies in vielen Fallstudien nach, die von der Vorgeschichte bis zur heutigen Erdsystemwissenschaft reichen.

Erscheint im Winter 2022/23

Björn Malte Schäfer
General Relativity. Geometric Structure and Dynamics of Spacetime

Lecture Notes

Allgemeine Relativitätstheorie ist die Theorie der Struktur und der Dynamik der Raumzeit. Diese Vorlesungsnotizen geben eine Einführung in die Konzepte der Differenzialgeometrie, vor allem der pseudo-Riemannschen Geometrie, und besprechen die Ideen hinter der Konstruktion einer gravitativen Feldgleichung. Ausführlich behandelt werden exakte Lösungen für hochsymmetrische Raumzeiten, schwarze Löcher, FLRW-Kosmologien und Gravitationswellen. Zu den weiterführenden Themen gehören Lie-Ableitungen und die Killing-Gleichung, die Herleitung der Feldgleichung aus Variationsprinzipien und die Formulierung von Feldtheorien auf gekrümmten Raumzeiten.

Erscheint im Winter 2022/23

Björn Malte Schäfer
Cosmology. From the Large-Scale Structure of Spacetime to Galaxy Formation

Lecture Notes

Das Skript gibt eine Einführung in die moderne Kosmologie: Nach einer Einführung in die notwendigen Konzepte der allgemeinen Relativitätstheorie wird die FLRW-Klasse der kosmologischen Modelle diskutiert, wobei der Schwerpunkt auf der dunklen Energie liegt. Ausführlich behandelt werden die kosmische Strukturbildung, die Notwendigkeit der dunklen Materie und das Zusammenspiel von Statistik und nichtlinearer Strömungsmechanik. Ferner wird die Physik hinter den kosmologischen Beobachtungen erläutert, die zum Standardmodell der Kosmologie geführt hat, insbesondere Supernovae, der kosmische Mikrowellenhintergrund und Gravitationslinsen.

Erscheint im Winter 2022/23

Björn Malte Schäfer
Tooltips for Theoretical Physics. Concepts of Modern Theoretical Physics, Scales and Mathematical Tools

Lecture Notes

Theoretische Physik wird üblicherweise in getrennten Vorlesungen vermittelt, in denen die Konzepte im Zusammenhang mit den fundamentalen Naturkonstanten beleuchtet werden: Elektrodynamik und Lichtgeschwindigkeit, Quantenmechanik und Wirkungsquantum, Thermodynamik und Boltzmann-Konstante und schließlich Relativität mit der Newton-Konstante und der kosmologischen Konstante. In diesem Skript werden die Konzepte der theoretischen Physik mit ihren Gemeinsamkeiten vorgestellt und Phänomene auf ihren Ursprung in fundamentalen Konzepten zurückgeführt.

Erscheint im Winter 2022/23

Björn Malte Schäfer
Statistical Physics. Linking the Microscopic with the Macroscopic World

Lecture Notes

Statistische Physik ist die mikroskopische Theorie, die den thermodynamischen makroskopischen Eigenschaften physikalischer Systeme zugrunde liegt. Diese Lecture Notes sind eine Einführung in die notwendigen statistischen und mechanischen Konzepte, die für die Thermodynamik im Gleichgewicht und die Konstruktion von Zustandssummen benötigt werden. Die Lecture Notes decken die klassische Statistik und die Quantenstatistik ab und behandeln weiterführende Themen wie die Langevin-Dynamik, die Fokker-Planck-Gleichung und Phasenübergänge. Dabei werden viele Systeme wie ideale klassische und relativistische Gase detailliert ausgearbeitet.

Erscheint im Winter 2022/23

Max Binder
Ernst Kurth und Sergej Taneev – Philosophie linearer Satztechniken zu Beginn des 20. Jahrhunderts und deren Auswirkungen auf zeitgenössische Kompositionen

Das Aufkommen linearer Strömungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts stellt ein bemerkenswertes und bislang wenig beschriebenes Phänomen der Musikgeschichte dar. Zwei Hauptprotagonisten waren Ernst Kurth (Bern) und Sergej Taneev (Moskau), deren Kontrapunkttheorien Grundlagenwerke für das Wirken zahlreicher Musikschaffender der Zeit bildeten. Obwohl denselben Gegenstand betreffend, weisen beide Theorien fundamentale Unterschiede auf, in musiktheoretischer wie in musikästhetischer Hinsicht. Es stellt sich heraus, dass diese unterschiedlichen Philosophien sich in zahlreichen Werken von Komponisten wie Ernst Křenek, Artur Schnabel, Alexander Skrjabin, Nikolaj Metner widerspiegeln.

Erscheint im Frühjahr 2023

Ulrich Friedrich Opfermann
„Stets korrekt und human.“ Der Umgang der westdeutschen Justiz mit dem NS-Völkermord an den Sinti und Roma

Das Buch thematisiert einen vernachlässigten Bereich der justiziellen Aufarbeitung des NS-Systems: den Umgang mit den Verbrechen an der mittel- und osteuropäischen Roma-Minderheit in westdeutschen NSG-Verfahren. Es bietet einen umfangreichen Einblick und Überblick, informiert über die rechtlichen Voraussetzungen des westdeutschen justiziellen Sonderwegs und stellt für eine Reihe von Verfahren den Verfahrensgang und die Rollen der Beschuldigten, der Zeugen und des Justizpersonals vor. Im Mittelpunkt steht das als Großverfahren neben dem ersten Auschwitz-Prozess geplante Sammelverfahren zum „Zigeunerkomplex“ (1958–1970), das entgegen dem Anspruch wenig Resonanz entfaltete und heute vergessen ist.

Erscheint im Frühjahr 2023

Christa Syrer
Die Räume der Witwe. Architektur und Funktion fürstlicher Witwensitze in der Frühen Neuzeit, 1450–1650
Höfische Kultur interdisziplinär, Band 7

Fürstliche Witwen traten an den Höfen des Heiligen Römischen Reichs als Mütter, Beraterinnen und Mäzeninnen in Erscheinung. Ihnen stand eine angemessene finanzielle Versorgung zu. Als repräsentatives Zentrum wurde der fürstlichen Witwe und ihrem Hof ein Schloss als Witwensitz zugewiesen. Das Buch wirft erstmals einen kunsthistorischen Blick auf den Ausbau und die zeremonielle Nutzung fürstlicher Witwensitze vom 15. bis zum 17. Jahrhundert. Im Fokus stehen dabei Funktionswandel und Umnutzung der Schlösser. Die Analyse ausgewählter Beispiele zeigt, wie die Witwen ihrer neuen Rolle als unabhängige Verwalterinnen ihrer Ämter auch baulich und räumlich Ausdruck verliehen.

Erscheint im Frühjahr 2023