Vorschau

Vorschau und lieferbare Titel 2021/2022

Alle zurzeit lieferbaren und bis Herbst 2022 geplanten Titel finden Sie in unserer aktuellen Verlagsvorschau.

Erscheint demnächst

Annette C. Cremer, Alexander Jendorff (Hrsg.)
Decorum und Mammon im Widerstreit. Adeliges Wirtschaftshandeln zwischen Standesprofilen, Profitstreben und ökonomischer Notwendigkeit

Unternehmerisches Engagement von Adeligen wurde in der europäischen Frühen Neuzeit unterschiedlich bewertet, galt aber tendenziell als nicht standesgemäß. Dennoch war das Wirtschaften, das am Gewinn orientierte Handeln des Adels, eine ökonomische Notwendigkeit und stellte eine Selbstverständlichkeit dar. Der Band spürt dieser Ambivalenz anhand von europäischen Beispielen zwischen 1600 und 1900 in verschiedenen Adelsrängen und unterschiedlichen Feldern wirtschaftlichen Handelns nach. Er zeigt, dass das Engagement des Adels in den europäischen Wirtschaftsprozessen nicht zu unterschätzen ist, und öffnet das bislang unterrepräsentierte Forschungsfeld einer neuerlichen Betrachtung.

Erscheint im Winter 2021/22

Steve Pagel
Die Wurzeln der Kontaktlinguistik. Zur Entstehung des Sprachkontaktparadigmas in der Sprachwissenschaft

Das Nachdenken über Sprachkontakt und Sprachmischung ist von Anfang an Teil der europäisch-abendländischen Beschäftigung mit Sprache. Angefangen bei Platon, ist es lange ein recht unaufgeregtes Nachdenken, bis sich im 19. Jhd. der Blickwinkel radikal ändert: die Normalität ist weg, Kontakt und Mischung werden erst zu einem Forschungstabu und nur wenig später zum Forschungsfokus, aus dem eine eigene Disziplin, die Kontaktlinguistik hervorgeht. Dieses Buch erzählt erstmals die ganze Geschichte der Erforschung von Sprachkontakt bis an die Schwelle zum 20. Jhd. und zeigt, wie kritisch-historiografische Studien helfen können, aktuelle Debatten (z.B. in der Kreolistik) einzuordnen und voranzubringen.

Erscheint im Winter 2021

Maciej Klimiuk
Semitic Dialects and Dialectology.
Fieldwork—Community—Change

Die europäische Tradition der semitischen Linguistik, die sich durch Vielfalt der Forschungsmethoden auszeichnet, hat dialektologische Feldforschung immer hoch geschätzt, da die gewonnenen Sprachaufnahmen im Kontext der älteren Sprachformen gesetzt werden und somit eine hochgradig interessante Dynamik in der Sprachwissenschaft ermöglichen. Im Geiste dieser Tradition und um sie aufrechtzuerhalten, ist das vorliegende Buch eine Sammlung von Artikeln, deren Daten vor allem während der Feldforschung gesammelt wurden. Der Band gliedert sich in zwei Teile - Studien zu verschiedenen spezifischen linguistischen Fragestellungen und Texte mit bisher unveröffentlichten Transkriptionen von Audioaufnahmen in arabischen Dialekten, Maltesisch und Jibbali/Shehret.

Erscheint im Frühjahr 2022

Andreas Kruse, Eric Schmitt (Hrsg.)
„… der Augenblick ist mein und nehm ich den in Acht“.
Daseinsthemen und Lebenskontexte alter Menschen

Daseinsthemen alter Menschen werden im Kontext unterschiedlicher Lebenswelten betrachtet: unterschiedliche Sozialschichten, unterschiedliche Wohnkontexte, unterschiedliche Grade von Selbstständigkeit bilden zentrale Komponenten der differenzierten Lebenswelten. Dabei zeigt sich, wie wichtig der erlebte Aufgabencharakter des Lebens sowie die Erfahrung, von anderen gebraucht zu werden, für Zufriedenheit und Sinnerleben ist. Zudem werden Risikofaktoren für Lebenszufriedenheit aufgezeigt: zu diesen zählen vor allem Isolation und ausgeprägter Pflegebedarf. Das Erleben alter Menschen ist nicht allein von Verletzlichkeit bestimmt; es spricht auch für seelisches Wachstum und Bewältigungskompetenz.

Erscheint im Frühjahr 2022

Kaiser, Friedrich Carl
Carl Stamitz (1745–1801).
Biographische Beiträge – Das symphonische Werk – Thematischer Katalog der Orchesterwerke. Herausgegeben von Johannes Knüchel

Schriften zur Südwestdeutschen Hofmusik, Band 2

Musikinteressierten ist Carl Stamitz (1745–1801), der älteste Sohn von Johann Stamitz, durchaus ein Begriff, finden sich seine Kompositionen doch auf zahlreichen Tonträgern und Konzertprogrammen im heutigen Musikbetrieb. Die Musikwissenschaft hingegen schenkt diesem Komponisten aus den Reihen der kurpfälzischen Hofmusiker nicht in gleicher Weise Aufmerksamkeit. Nach wie vor ist die 1962 eingereichte Dissertation von Friedrich Carl Kaiser (1931–2008) die einzige Monographie, die sich mit Stamitz’ Leben und einem gewichtigen Teil seines schöpferischen Werkes, der Orchestermusik, systematisch beschäftigt. Sie ist ein Standardwerk, die zu Recht in jeder Bibliographie zum Thema erscheint. Bislang konnte die Dissertation nur in den auf wenige Bibliotheken verteilten Pflichtexemplaren in Typoskriptform eingesehen werden, welche noch dazu voneinander abweichen, da Kaiser über einen langen Zeitraum hinweg immer wieder Änderungen und Zusätze an seiner Stamitz-Monographie vorgenommen hat. Die vorliegende Ausgabe, die auch Kaisers Handexemplar aus dem Nachlass berücksichtigt, stellt nun der musikwissenschaftlichen Forschung eine verlässliche Leseausgabe dieses grundlegenden Textes zur Verfügung.

Erscheint im Frühjahr 2022

Radmila Mladenova
The ‘White’ Mask and the ‘Gypsy’ Mask in Film

Antiziganismusforschung interdisziplinär, Band 3

Die Studie widmet sich einem in der Filmwissenschaft bislang vernachlässigten Thema: dem ‚Zigeuner‘-Phantasma auf der Kinoleinwand. Sie verbindet die Rekonstruktion der Geschichte der ‚Zigeuner‘-Darstellungen im Film seit den Anfängen des Mediums mit einer systematischen filmtheoretischen Verortung ihrer ästhetischen und gesellschaftlichen Funktion. Auf der Grundlage von über 150 Werken aus dem europäischen und US-amerikanischen Kino wird aufgezeigt, dass den ,Zigeuner‘-Spielfilmproduktionen unabhängig von Ort und Zeit ihrer Entstehung das Grundgerüst einer ,ethno-rassischen‘ Maskerade gemeinsam ist. Damit erweitert die Autorin die bisherigen, auf das Gebiet der Literatur konzentrierten Forschungen um ein weiteres Medium, den Film, und erschließt neue Dimensionen des (populär-)kulturellen Antiziganismus.

Erscheint im Frühjahr 2022

Jihan Jennifer Radjai-Bründl
Repräsentationen der israelischen Soldatin im Netz der Bildkulturen

Antiziganismusforschung interdisziplinär, Band 3

Bilder von israelischen Soldatinnen sind ein populäres Motiv in der Fotografie. Auffallend ist dabei die kontroverse Vermittlung von Geschlecht und Identität: Darstellungen der israelischen Soldatin als Heldin, wie sie das israelische Militär in ihren offiziellen Bildern zeigt, stehen Fotografien gegenüber, die entweder sexualisiert oder als visualisierte Kritik am Militärdienst und der Verantwortung der jungen Soldatinnen gegenüber Staat und Volk erscheinen. Aspekte der Bildsprache und -ästhetik im kulturhistorischen Diskurs des Zionismus sowie Stereotype wie das der ›schönen Jüdin‹ in der europäischen Malerei seit dem 18. Jahrhundert stehen im Vordergrund dieser Analyse. In interdisziplinärer Arbeitsmethode wird ein Beitrag der Jüdischen Studien geleistet, der Ansätze der Geschlechterforschung mit denen der Kunst- und Bildwissenschaften vereint.

Erscheint im Sommer 2022