Vorschau
Vorschau und lieferbare Titel 2025/2026
Alle bisher erschienenen sowie einen Ausblick auf die bis Herbst 2026 geplanten Titel finden Sie in unserem aktuellen Verlagsprogramm. heiUP-Titel sind online zum kostenlosen Download und über den Buchhandel als Printprodukt verfügbar.
Bücher
Fake News im Mittelalter?
Das ‚postfaktische Zeitalter‘ sowie eine neuartige Bedrohung durch unkontrollierbare Fake News sind seit einigen Jahren zentrale Bestandteile von Gegenwartsdiagnosen. Die Frage, wie historisch neuartig die damit verbundenen Phänomene tatsächlich sind, ist jedoch umstritten. Der vorliegende Band, der Beiträge aus der Geschichts- und der Literaturwissenschaft vereint, möchte eine grundlegende Klärung im Hinblick darauf leisten, ob bzw. in welcher Hinsicht von Fake News im Mittelalter die Rede sein kann. In einer theoretischen Einführung und anhand von Fallbeispielen wird untersucht, inwieweit sich strukturelle Analogien für die Konstellation von Phänomenen, die aktuell als Fake News bezeichnet werden, im europäischen Mittelalter ausmachen lassen und wo die heuristischen Grenzen eines solchen Anachronismus liegen.
Who Won the Sino-Nepalese War of 1791–1792?
Das Buch behandelt die Geschichte des letzten Krieges zwischen Nepal und China-Tibet 1791/1792. Mit einer Fülle neu entdeckter und erstmalig edierter sowie übersetzter Texte aus Nepal, China und Tibet bildet der Band ein Handbuch zu den Quellen dieses chinesisch-nepalesischen Krieges. Im Mittelpunkt steht dabei die umstrittene Frage, wer den Krieg gewonnen hat. Im Lichte des neuen Materials wird die Kernthese entwickelt, dass sich beide Seiten zum Sieger erklären konnten, ohne dass dies von der jeweils anderen Seite stark bestritten wurde. Diese seltene Form einer Kriegsbeendigung war hauptsächlich durch die transkulturelle Komplexität und die unterschiedlichen Auslegungen der verwendeten Schlüsselbegriffe möglich.
I Comuni cittadini italiani
Der Band bündelt jüngere Forschungstendenzen, indem er die italienischen Stadtkommunen anhand der Leitbegriffe „Akteure“, „Artefakte“ und „Abläufe“ untersucht. Mit diesen Analysekategorien werden gezielt aktuelle, besonders dynamische Forschungsansätze aufgegriffen, um kommunale Entwicklungen neu zu perspektivieren. Indem die Beiträge bislang übersehene Interdependenzen und Interaktionsräume sowie bisher vernachlässigte Kommunikationskanäle und Transformationen sichtbar machen, ermöglichen sie ein besseres Verständnis für Beziehungsgeflechte und Prozesse des kommunalen Alltags.
“Gypsy” Genesis
Dieses Buch soll einen detaillierten Überblick über die „Zigeuner” geben und ein Manifest für die Rückgewinnung der Erinnerungen und Anerkennung der Roma sein. Dafür befasst es sich mit dem Phänomen der Resilienz, indem generationsübergreifende emanzipatorische Narrative und Handlungsweisen aufgedeckt werden. Es basiert auf fünf Jahren umfangreicher Forschung, einschließlich der Ergebnisse der Doktorarbeit und den Selbstdarstellungen und Lebenserfahrungen von über 150 Roma-Intellektuellen. Neben einer eingehenden kritischen Literaturrecherche stützt sich das Buch auf einen Mixed-Methods-Forschungsansatz, der sowohl qualitative als auch quantitative vergleichende Analysen von Dialogen und Lebenserfahrungen von Roma-Intellektuellen der ersten, zweiten, dritten Generation sowie von solchen zwischen den Generationen umfasst, die von den 1920er bis zu den 2020er Jahren reichen.
Editionswissenschaft – Textkritik – Digital Humanities
Der interdisziplinäre Sammelband stellt 25 Editionsprojekte der Universität Heidelberg, der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg vor, die sich mit der Erschließung vielfältiger Texte aus verschiedenen Epochen und in unterschiedlichen Sprachen beschäftigen. Die Beiträge reflektieren den Einsatz digitaler Werkzeuge und editorischer Methoden zur Aufbereitung und Analyse der überlieferten Texte. Der Band gibt vielfältige Einblicke in die editorische Praxis und zeigt, wie Editionsprojekte in den Geisteswissenschaften dazu beitragen, nicht nur neue Erkenntnisse zu gewinnen, sondern diese auch im Zuge der digitalen Transformation nutzbar zu machen.
Normen und Ideale
Jede Kultur verfügt über Regularien und Normensysteme, die das gesellschaftliche Zusammenleben strukturieren und ordnen. Diese Normen sind nicht nur in Gesetzen oder religiösen Geboten verankert, sondern durchziehen alle Ausdrucksformen der Kultur. Sie finden sich in religiösen und juristischen Texten ebenso wie in der Bildenden Kunst, der Literatur, der Philosophie oder der politischen Theorie. Für alle Bereiche des Lebens und der Kunst gilt, dass sich die Autoren an Wertmaßstäben orientieren. Damit werden ihre Texte und kulturellen Artefakte zu Zeugnissen gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse. Diesen Aushandlungsprozessen nähern sich die Beiträge des vorliegenden Bandes aus unterschiedlichen Perspektiven.
Die Zeit der Entscheidungen
Diese vergleichende und verflochtene Geschichte Frankreichs und Deutschlands von 1933 bis 1945 eröffnet ein tieferes Verständnis für eine Scharnier-Epoche der europäischen Geschichte. Sie wurde erschüttert von der Weltwirtschaftskrise, zerrissen durch den Aufstieg des Totalitarismus und gezeichnet von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs. In diesen prägenden Jahren des 20. Jahrhunderts zwang der stetige Ereignisdruck Individuen wie Institutionen dazu, grundlegende zivilisatorische Entscheidungen zu treffen. Auf beiden Seiten des Rheins wurde Engagement zum Schlüssel für die Zukunft: Deutschland errichtete das genozidale „Tausendjährige Reich“ und riss Millionen Soldaten und Zivilisten in den Tod. Gleichzeitig entwickelten Widerstandsbewegungen im Untergrund – trotz brutaler Repression – die in den 1930er Jahren so bedeutsame Idee eines vereinten Europas weiter.
Multifarious Sacred Geographies
Multifarious Sacred Geographies beleuchtet eingehend die Sakralgeographie der südindischen Tempelstadt Kanchipuram. Die besonders vielfältige religiöse Landschaft Kanchipurams mit ihren über vierhundert Tempeln wird in zahlreichen Sanskrit- und Tamil-Texten bezeugt, die die Stadt verherrlichen. Malini Ambach untersucht drei dieser verherrlichenden Sanskrit-Sthalamāhātmyas zum ersten Mal detailliert und im Vergleich zueinander hinsichtlich ihrer Darstellung der literarischen Geographien Kanchipurams. Die Sthalamāhātmyas verknüpfen Mythologie mit lokaler physischer Landschaft und beschreiben, jeweils von der Perspektive einer bestimmten religiösen Tradition geprägt, denselben heiligen Raum, Kanchipuram, wobei sie gemeinsame und widersprüchliche Vorstellungen von der Tempelstadt konstruieren.
Femininity Resurgent
Diese Studie untersucht die Kodifizierung von Gender in der sowjetisch-russischen Oper während des Stalinismus und der sowjetischen langen Sechzigerjahre. Sie führt die Konzepte der ‚Maskulinisierung‘ und ‚Feminisierung‘ ein, um den Übergang von Opern mit martialischen, idealisierten männlichen Helden zu solchen mit komplexen weiblichen Protagonistinnen zu beschreiben, die stalinistische Opernkonventionen herausfordern und dekonstruieren. Anhand detaillierter Analysen von Werken von Tichon Chrennikow, Sergej Prokofjew, Dmitri Kabalewski, Rodion Schtschedrin, Sergej Slonimski und Kirill Moltschanow zeigt die Studie, wie Oper umfassendere sozio-politische und kulturelle Veränderungen widerspiegelt, und trägt damit zur Musikologie, Genderforschung und sowjetischen Kulturgeschichte bei.
Postcolonial Infrastructure
Als Infrastrukturprojekt beinhaltet Kolonialisierung die Zerstörung indigener Infrastrukturen sowie den transkulturellen Transfer militärischer, politischer, sozialer und anderer Infrastrukturen, um Macht über kolonisierte Bevölkerungen zu erlangen und aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig kommt ihr als Ort und Mittel des Widerstands eine wichtige Rolle im Kampf um Dekolonisierung zu. In diesem Band untersuchen vierzehn Autorinnen und Autoren aus den Bereichen Literatur- und Kulturwissenschaft, Linguistik, Musikwissenschaft und Environmental Humanities diese wenig beachtete, aber essenzielle Dimension kolonialen, postkolonialen und dekolonialen Lebens.
Geologie und Mineralogie an der Universität Heidelberg
2018 feierte das Institut für Geowissenschaften der Universität Heidelberg das 200-jährige Jubiläum der Antrittsvorlesung von Carl Caesar von Leonhard (1779–1862), dem ersten Professor für Mineralogie in Heidelberg. An dem schönen öffentlichen Museum des Instituts hätte von Leonhard, ein leidenschaftlicher Sammler von Gesteinen, Mineralen und Fossilien, sicher seine Freude gehabt. Heute aber findet die geowissenschaftliche Forschung nicht mehr in den Sammlungen, sondern auf Forschungsexpeditionen, in Laboren und am Computer statt. Moderne Forschungsansätze verfolgten schon im frühen 20. Jahrhundert der Petrograph Harry Rosenbusch, der Kristallograph Victor Goldschmidt und der Geologe Wilhelm Salomon-Calvi. Alle drei genossen internationales Renommee und zogen Studenten und Gastforscher aus aller Welt an. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten insbesondere der Erzmikroskopiker Paul Ramdohr und der Umweltgeochemiker German Müller neue wichtige Forschungsimpulse. Im Frühjahr 1967 kam der ersehnte Umzug aus den beengten Arbeitsstätten in der Altstadt in die neu gebauten Institutsgebäude im Neuenheimer Feld. Mit diesem Umzug endet dieses Buch, aber nicht die wechselvolle Geschichte der Geowissenschaften in Heidelberg.
The God Who Does as He Is Told
Dieser Band ist die erste umfassende Studie des Yathoktakārī-Perumāḷ-Tempels, eines der ältesten Viṣṇu-Heiligtümer in der südindischen Tempelstadt Kanchipuram. Der erste Teil versammelt Aufsätze, die den Tempel aus verschiedenen Perspektiven beleuchten, darunter seine Architektur, rituelle Traditionen und Mythologie. Der zweite Teil bietet Editionen und Übersetzungen zentraler Primärquellen. Zusammen bilden sie eine unverzichtbare Quelle zum Verständnis dieses bedeutenden Heiligtums. Der Band bildet den Auftakt der Publikationsreihe der Forschungsstelle „Hinduistische Tempellegenden in Südindien“, die die textlichen und lebendigen Traditionen der Tempel Kanchipurams erforscht.
Umwelt interdisziplinär
Seit 2011 bündelt die Universität Heidelberg unter dem Dach des Heidelberg Center for the Environment (HCE) die umweltbezogene Forschung aus der gesamten Breite der Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Auf Grundlage der über mehr als ein Jahrzehnt gewachsenen interdisziplinären Zusammenarbeit reflektiert dieser Band die disziplinären Grundlagen, zentrale Konzepte und ausgewählte Handlungsfelder einer breit aufgestellten Umweltforschung. Zugleich bietet er einen fundierten Überblick über die Heidelberger Kompetenzen, methodischen Zugänge und thematischen Schwerpunkte und macht sichtbar, wie interdisziplinäre Perspektiven zum Verständnis aktueller Umweltfragen beitragen können.

