The Past Through Narratology
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Liccardo, Salvatore: Narrating Frontiers of Geographical Imagination, in: Fafinski, Mateusz und Riemenschneider, Jakob (Hrsg.): The Past Through Narratology: New Approaches to Late Antiquity and the Early Middle Ages, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2022 (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Beihefte, Band 18), S. 143-160. https://doi.org/10.17885/heiup.921.c13620

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Identifikatoren (Buch)
ISBN 978-3-96822-108-3 (PDF)
ISBN 978-3-96822-107-6 (Hardcover)

Veröffentlicht am 12.05.2022.


Salvatore Liccardo

Narrating Frontiers of Geographical Imagination

Remembering Alexander the Great in the ‘Peutinger Table’

Zusammenfassung Der spatial turn hat im Laufe der letz­ten drei Jahrzehnte zur Ausbildung neuer Theorien über Karten und Kartierung geführt und unsere Sichtweise auf Karten und deren Herstellung grundlegend verändert. Das neue Verständnis von Karten ebnete den Weg für eine innovative Interaktion zwischen Kartographen und Lite­raturwissenschaftlern. Wenn Karten innerhalb eines kom­munikativen Aktes funktionieren, können sie nicht nur ‚gelesen‘, sondern auch ‚erzählt‘ werden. Besonders gut eignet sich dafür aus narratologischer Sicht das Studium von Routenkarten. Tatsächlich machen sie deutlicher als andere Kartentypen sichtbar, wie Raum erlebt wird, und erlauben uns so, die Dialektik zwischen Ort und Erzäh­lung zu erkennen. Auch wenn sie eine maßstabsgetreue Darstellung des Raums bieten, besteht das Hauptattribut von Reiserouten dennoch darin, einen bestimmten „ge­lebten Raum“ widerzuspiegeln, der durch die Bewegung der Menschen bedeutsam wird. Dieser Aufsatz fokussiert auf einige Details der ‚Tabula Peutingeriana‘ – die darin vorkommenden Hinweise auf Alexander den Großen und seine Feldzüge in Zentralasien und Indien –, um zu zei­gen, wie solche textuellen und ikonographischen Elemen­te die Vorstellungskraft römischer und mittelalterlicher Beobachter unterstützten und Geschichten implizierten, die mit diesen Orten in Verbindung gebracht wurden. Die­se Hinweise reflektieren und bewahren die emotionalen Bindungen, welche die Menschen durch das Studium der Karten zu diesen Orten entwickelt haben, und die intel­lektuelle Anregung, die sie erfahren haben könnten. Sie zeigen die Beteiligung politischer Ideologien und ethni­scher Diskurse an der Schaffung und Repräsentation eines ausgeprägten Ortsgefühls.