The Past Through Narratology
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Abele, Andreas: The Semantisation of Space in Sulpicius Severus’ ‘Vita Sancti Martini’, in: Fafinski, Mateusz und Riemenschneider, Jakob (Hrsg.): The Past Through Narratology: New Approaches to Late Antiquity and the Early Middle Ages, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2022 (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Beihefte, Band 18), S. 57-72. https://doi.org/10.17885/heiup.921.c13614

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ISBN 978-3-96822-108-3 (PDF)
ISBN 978-3-96822-107-6 (Hardcover)

Veröffentlicht am 12.05.2022.


Andreas Abele

The Semantisation of Space in Sulpicius Severus’ ‘Vita Sancti Martini’

Zusammenfassung Der Beitrag folgt einem noch relativ jungen Trend, moderne narratologische Analysekategori­en auf spätantike hagiographische Texte anzuwenden, eine Textgattung, die in dieser Hinsicht bislang kaum unter­sucht wurde. Hierzu werden drei exemplarische Episoden aus der ,Vita Sancti Martini‘ des Sulpicius Severus einem raumnarratologischen close-reading unterzogen. Zunächst liegt der Fokus auf Sulpicius’ Bericht, wie Martin in den le­bensfeindlichen Alpen einen Räuber zum Christentum be­kehrt (Mart. 5, 4–6). Im Anschluss richtet sich der Blick auf eine Episode, in der der Protagonist mit einer heidnischen Begräbnisprozession konfrontiert wird (Mart. 12). Zuletzt folgt eine Analyse von Sulpicius’ Erzählung von einer Be­gegnung zwischen Martin und dem Teufel, der ihn in seiner kargen Mönchszelle in Versuchung führt (Mart. 24, 4–8).

Die Untersuchung basiert auf dem raumnarratologi­schen Model von Birgit Haupt und wird teilweise erweitert durch das raumsemantische Konzept von Jurij M. Lotman. Hierbei zeigt sich, dass der narrative Raum in Sulpicius’ hagiographischer Darstellung des Lebens des Heiligen Martin mehr ist als eine reine Hintergrundfolie, vor der die erzählten Ereignisse stattfinden. Vielmehr besitzt er seine eigene Semantik, die die Heiligkeit und Macht des asketi­schen und anachoretischen Helden hervorhebt, illustriert und letztlich sogar noch umfassender erscheinen lässt.