... der Augenblick ist mein und nehm ich den in Acht
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Schmitt, Eric et al.: Altersbezogene Themen in europäischen Tageszeitungen, in: Kruse, Andreas und Schmitt, Eric (Hrsg.): ... der Augenblick ist mein und nehm ich den in Acht: Daseinsthemen und Lebenskontexte alter Menschen, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2022, S. 319-351. https://doi.org/10.17885/heiup.844.c12430

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Identifikatoren (Buch)
ISBN 978-3-96822-075-8 (PDF)
ISBN 978-3-96822-076-5 (Hardcover)

Veröffentlicht am 14.04.2022.


Eric Schmitt et al.

Altersbezogene Themen in europäischen Tageszeitungen

Zusammenfassung In diesem Kapitel werden Ergebnisse der Analyse von Altersdarstellungen in 49 überregionalen Tageszeitungen aus 14 europäischen Ländern berichtet. Über einen Zeitraum von zwei- bzw. für Deutschland dreimal sechs Monaten wurden insgesamt 4.159 Artikel identifiziert, in denen auf Altern und Alter bezogene Themen prominent behandelt wurden. Dies entspricht einer durchschnittlichen Anzahl von etwa sieben Artikeln je Zeitung und Monat. Die Artikel lassen sich sechs Bereichen zuordnen, die der Darstellung von Analyseergebnissen zugrunde gelegt werden: (1) Alter und Gesellschaft: Chancen und Herausforderungen, (2) Erfolgreiches / gutes Altern, (3) Gesundheitli­che Verluste, (4) Gestaltbarkeit / Beeinflussbarkeit von Gesundheit im Alter, (5) Armut und soziale Un­gleichheit, (6) Politik. Es zeigt sich zunächst, dass Alter und Altern – jenseits aller länderspezifischen Unterschiede – in überregionalen Tageszeitungen regelmäßig prominent behandelt werden. Die vor­liegenden Befunde sprechen nicht für die Annahme, dass das mediale Interesse an Alter und Altern im Zuge fortschreitender demografischer Entwicklung zugenommen hat. Vielmehr wurde deutlich, dass verschiedene Indikatoren demografischer Entwicklung die ermittelten Ähnlichkeiten und Unter­schiede zwischen den Ländern nicht zufriedenstellend erklären können. Die in den identifizierten Artikeln prominent behandelten Themen sind sehr heterogen und spiegeln in ihrer Gesamtheit we­der eine einseitig Risiken, Einschränkungen und Verluste, noch Chancen, erhaltene Kompetenzen und Potenziale akzentuierende Sichtweise wider. Sie bringen in ihrer Gesamtheit vielmehr die Rezeption der ausgeprägten Vielfalt des Alters durch die Medien zum Ausdruck. Dies bedeutet gleichzeitig, dass Menschen sich in ihrer Rezeption medialer Darstellungen auf sehr Verschiedenes konzentrieren, ihre auf Alter und Altern bezogene Selbst- und Weltsicht durch sehr unterschiedliche Informationen und Deutungsangebote stützen oder auch infrage gestellt und bedroht sehen können.

Schlagwörter Ageism, Altersstereotype, demografischer Wandel, erfolgreiches Altern, mediale Darstellungen