Zitationsvorschlag

Poettering, Jorun: „Bodenständiger Realismus“ als Erfolgskonzept kolonialer Herrschaft? Staat und Wissen über Naturressourcen im portugiesischen Amerika, in Richter, Susan, Roth, Michael und Meurer, Sebastian (Hrsg.): Konstruktionen Europas in der Frühen Neuzeit: Geographische und historische Imaginationen. Beiträge zur 11. Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft Frühe Neuzeit, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2017, S. 269–283. https://doi.org/10.17885/heiup.291.c3577

Identifier (Buch)

ISBN 978-3-946054-51-1 (PDF)
ISBN 978-3-946054-49-8 (Softcover)
ISBN 978-3-946054-50-4 (Hardcover)

Veröffentlicht

29.09.2017

Autor/innen

Jorun Poettering

„Bodenständiger Realismus“ als Erfolgskonzept kolonialer Herrschaft? Staat und Wissen über Naturressourcen im portugiesischen Amerika

Abstract Auf ein Konzept des brasilianischen Soziologen Sérgio Buarque de Holanda aufbauend stellt der Artikel den vergleichsweise nüchternen Zugang der Portugiesen zur Natur in der Neuen Welt dar. Sie erhoben nur wenige Informationen und reflektierten das Vorgefundene kaum. Statt die angetroffenen Naturressourcen nutzbar zu machen, suchten sie die ihnen bereits bekannten Edelmetalle und führten die Zuckerwirtschaft ein, womit sie hohe Profite erzielten. Eine Änderung des Wissensregimes erfolgte erst im Rahmen der Aufklärung, als der Marquis von Pombal versuchte, die portugiesische Wirtschaft mit Hilfe der systematischen Erforschung der amerikanischen Kolonie zu stärken. Letztlich schuf er mit dem Einsatz entsprechender Wissensbürokraten die Grundlage für den brasilianischen Staatsbildungsprozess.