Zitationsvorschlag

Adel und Unternehmertum als historiographisches Problemfeld mit gesamtgesellschaftlicher Dimension, in Cremer, Annette C. und Jendorff, Alexander (Hrsg.): Decorum und Mammon im Widerstreit? Adeliges Wirtschaftshandeln zwischen Standesprofilen, Profitstreben und ökonomischer Notwendigkeit, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2022 (Höfische Kultur interdisziplinär (HKI): Schriften und Materialien des Rudolstädter Arbeitskreises zur Residenzkultur, Band 4), S. 51–80. https://doi.org/10.17885/heiup.818.c13107

Identifier (Buch)

ISBN 978-3-96822-068-0 (PDF)
ISBN 978-3-96822-069-7 (Hardcover)

Veröffentlicht

10.02.2022

Autor/innen

Alexander Jendorff

Adel und Unternehmertum als historiographisches Problemfeld mit gesamtgesellschaftlicher Dimension

Abstract Adel, Adeligkeit und Unternehmertum scheinen zunächst in einem unaufhebbaren Widerspruch zueinander zu stehen. Jedenfalls suggeriert dies die moderne, bürgerlich geprägte Historiographie, erst recht wenn sie sich den auf Max Weber zurückgehenden Prämissen des Wirtschafts- und Soziallebens und deren Geschichtlichkeit verpflichtet sieht. Dabei erweist eine genauere Analyse, dass sowohl die moderne Agrar- und Wirtschaftshistoriographie als auch bereits die vormodernen Beobachter des sozioökonomischen Wandels in Alteuropa wesentlich differenziertere Auffassungen vertraten. Das eher einseitige Negativbild der ökonomischen Adels aktivitäten entspringt folglich interessengeleiteten Motiven und bedarf einer Korrektur, die jenseits der Kategorien Erfolg und Intensität die Handlungshorizonte und Bedingungen adeligen Entrepreneurships ausleuchtet und dabei dem Wert von Adeligkeit im Wirtschaftsleben, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der sozialen Interaktion des Adels mit nicht-adeligen Gruppen, nachspürt.

Keywords Adel, Historiographie, Bürgertum, Wirtschaftsgeschichte, Alteuropa