Zitationsvorschlag

Sowada, Lena und Große, Sybille: Egoling14-18: Ego-Dokumente des Ersten Weltkriegs von weniger geübten Schreibenden aus dem deutsch-französischen Grenzraum, in Langkabel, Isabel et al. (Hrsg.): Editionswissenschaft – Textkritik – Digital Humanities: 25 Heidelberger Editionsprojekte, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2026 (Kulturelles Erbe: Materialität – Text – Edition (KEMTE), Band 7), S. 227–234. https://doi.org/10.17885/heiup.1634.c23607

Identifier (Buch)

ISBN 978-3-96822-338-4 (PDF)
ISBN 978-3-96822-339-1 (Hardcover)

Veröffentlicht

02.04.2026

Autor/innen

Lena Sowada, Sybille Große

Egoling14-18

Ego-Dokumente des Ersten Weltkriegs von weniger geübten Schreibenden aus dem deutsch-französischen Grenzraum

Abstract Die Entwicklungen und Ereignisse des Ersten Weltkriegs führten in der Schreibpraxis zu einem schlagartigen Ansteigen privater Selbstzeugnisse, d. h. von Ego-Dokumenten wie Familienkorrespondenzen, Kriegstagebüchern, Tagebüchern und Memoiren. Insbesondere um den Kontakt zur Familie zu erhalten, aber gleichfalls um ihren eigenen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, sahen sich sowohl Soldaten als auch daheimgebliebene Angehörige zum Schreiben veranlasst; darunter auch diejenigen, in deren Alltag die Praxis des Schreibens sonst eine untergeordnete Rolle spielte. Im Rahmen der Hundertjahrfeier des Ersten Weltkriegs in Frankreich waren derartige Ego-Dokumente erstmals Gegenstand umfassender institutioneller Datensammlungen (z. B. Grande Collecte 2013). Sie bilden nun neuartige Archive, deren wissenschaftliche Erfassung und Untersuchung zumeist noch aussteht.
Das Korpus Egoling14-18 umfasst etwa 580 Briefe und Postkarten sowie acht Tagebücher in französischer Sprache und 160 deutschsprachige Briefe und Postkarten aus dem deutsch-französischen Grenzraum. Die Gesamtzahl der im Projektkorpus enthaltenen Wörter der Ego-Dokumente beläuft sich auf etwa 287.000. Ziel des Projekts Egoling14-18 ist es, dieses Korpus vor allem für die linguistische Forschung zugänglich zu machen sowie die Schreibpraktiken während des Krieges in den Ego-Dokumenten einfacher französischer, in Auszügen auch deutscher, Schreiber:innen zu analysieren. Dabei wird die deutsch-französische Grenzregion als ein Raum in einem weiten Sinne (Elsass-Lothringen bis Nordfrankreich) in den Blick genommen, da hier hybride Identitäten und mehrsprachige Kommunikation besonders relevant sind und mit einer solchen Datengrundlage bisher kaum untersucht wurden.

Keywords First World War; digital edition; Linguistics; ego documents; less experienced writers