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Veröffentlicht
Frauen als Fake News-Produzentinnen?
Beobachtungen an zwei spätmittelalterlichen Schwänken
Der Beitrag untersucht das Märe ‚Der Hasenbraten‘ des Vriolsheimers (wohl aus dem 13. Jh.), eine Adaption des altfrz. Fabliau ‚Das Gedicht von den Rebhühnern‘, und Heinrich Steinhöwels ‚Ain frow verklaget ieren man er hette kainen‘ (aus dem ‚Esopus‘, 1476/77), eine Übersetzung von Poggios 43. Fazetie. Wie herausgearbeitet wird, weisen beide Erzählungen Merkmale auf, die Parallelen zu einschlägigen Kriterien des gegenwärtigen Fake News-Begriffs darstellen, und unterscheiden sich darin signifikant von ihrer jeweiligen Vorlage. Die Untersuchung zielt auf die Funktionen und Bedeutungen der fiktiven Fake News im Grenzbereich von Falschnachricht und Satire. Im Fokus der Analyse und Interpretation steht die (vermeintlich) weibliche Urheberschaft des Fakes, damit in Verbindung stehend die Rolle des Publikums, der Aspekt der Öffentlichkeit und die Verkehrung der (Geschlechter-)Ordnung als Inbegriff von ordo-Verletzung und verkehrter Hierarchie.
Schlagwörter der Vriolsheimer; Heinrich Steinhöwel; Poggio Bracciolini; Märe; Schwank

