Zitationsvorschlag

Loleit, Simone: Frauen als Fake News-Produzentinnen? Beobachtungen an zwei spätmittelalterlichen Schwänken, in Bubert, Marcel und Doering, Pia Claudia (Hrsg.): Fake News im Mittelalter? Zur kulturellen Aushandlung von Falschheit in politischen, religiösen und literarischen Diskursen, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2026 (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Beihefte, Band 22), S. 207–230. https://doi.org/10.17885/heiup.1552.c24227

Identifier (Buch)

ISBN 978-3-96822-204-2 (PDF)
ISBN 978-3-96822-205-9 (Hardcover)

Veröffentlicht

12.03.2026

Autor/innen

Simone Loleit

Frauen als Fake News-Produzentinnen?

Beobachtungen an zwei spätmittelalterlichen Schwänken

Der Beitrag untersucht das Märe ‚Der Hasenbraten‘ des Vriolsheimers (wohl aus dem 13. Jh.), eine Adaption des altfrz. Fabliau ‚Das Gedicht von den Rebhüh­nern‘, und Heinrich Steinhöwels ‚Ain frow verklaget ieren man er hette kainen‘ (aus dem ‚Esopus‘, 1476/77), eine Übersetzung von Poggios 43. Fazetie. Wie herausgearbeitet wird, weisen beide Erzählungen Merkmale auf, die Paral­lelen zu einschlägigen Kriterien des gegenwärtigen Fake News-Begriffs darstellen, und unterscheiden sich darin si­gnifikant von ihrer jeweiligen Vorlage. Die Untersuchung zielt auf die Funktionen und Bedeutungen der fiktiven Fake News im Grenzbereich von Falschnachricht und Satire. Im Fokus der Analyse und Interpretation steht die (vermeintlich) weibliche Urheberschaft des Fakes, damit in Verbindung ste­hend die Rolle des Publikums, der Aspekt der Öffentlichkeit und die Verkehrung der (Geschlechter-)Ordnung als Inbegriff von ordo-Verletzung und verkehrter Hierarchie.

Schlagwörter der Vriolsheimer; Heinrich Steinhöwel; Poggio Bracciolini; Märe; Schwank