7.0 Sprachideologien und Sprachkritik im Französischen
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Der Begriff der Sprachideologie ist in Frankreich zumeist negativ konnotiert. Eine der wichtigsten sprachideologischen Auseinandersetzungen, die auch in der französischen Öffentlichkeit entsprechende Aufmerksamkeit erhält, ist die Frage des sprachlichen Standards. In dieser Debatte kommt es nicht selten zur Herabstufung anderer Sprachen und anderer Varietäten des Französischen (oftmals unter dem wenig spezifischen Begriff der patois zusammengefasst). Neben dem Standard werden in den sprachideologischen Diskussionen und Diskursen Aspekte herausgestellt, die sich im imaginaire zahlreicher Sprechenden verankern, so beispielsweise die Vorstellung der einzigartigen Klarheit der französischen Sprache. Aber auch die Zurückweisung von Entlehnungen im Kontext von Fremdwortpurismus, insbesondere von Anglizismen, wird in sprachideologische Diskussionen eingebunden, an der in gewissem Rahmen bis heute auch die Académie française beteiligt ist. Aktuell wird zudem die Frage der écriture inclusive sprachideologisch geführt. In der Bewertung bzw. Zurückweisung des inklusiven Schreibens spielen die Argumente der Konfusion, der Unleserlichkeit oder der möglichen Schwierigkeiten in der Aussprache eine entsprechende Rolle. In zahlreichen sprachideologischen Debatten wird eine Autoritätsentscheidung von Seiten der Académie française eingefordert.

