Inklusion in der Lehrerbildung im Spannungsfeld unterschiedlicher Professionen

  • Melanie Radhoff (Autor/in)
  • Magdalena Buddeberg (Autor/in)
  • Sabine Hornberg (Autor/in)

Abstract

An der Debatte um Inklusion in der Schule beteiligen sich ­historisch unterschiedlich gewachsene Fachdisziplinen; in der Lehrer/innenbildung u. a. die Erziehungs- und Rehabilitationswissenschaft bzw. die Sonderpädagogik. Im Praxisfeld Schule prägt dies das Rollenverständnis von Regelschul- und Förderschullehrkräften. In diesem Zusammenhang sind das Verständnis von Inklusion, die Rollen- und Verantwortungsteilung im multiprofessionellen Team sowie die Herangehensweisen an individuelle Förderung relevant. Erste Ergebnisse der videografierten inklusiven Unterrichtsstunden, die anhand der ­Dokumentarischen Methode ausgewertet wurden, zeigen, dass Regelschul- und Förderschullehrkraft divergierende Perspektiven auf individuelle Förderung haben und eine klare Aufgabenverteilung hinsichtlich des Classroom Managements vornehmen. Dadurch kommt es nur zu wenigen Interaktionsmomenten zwischen den Lehrpersonen, was wiederum zu einer Verantwortungsdiffusion führen kann, bei der den Schüler/innen, die Unterstützung nicht einfordern (können), im Unterricht benötigte Hilfe verwehrt bleibt und Lernprozesse abzubrechen drohen. Für die Lehrer/innenbildung ergibt sich daraus die Anforderung, die unterschiedlichen Diskurse zum Thema Inklusion durch eine stärkere gemeinsame Auseinandersetzung der verschiedenen Professionen bereits im Lehramtsstudium der ­Reflexion zugänglich zu machen.
Veröffentlicht
2018-09-28
Sprache
de