Im Spannungsfeld der Diskurse. Plädoyer für eine streitbare Lehrerbildung

  • Gerhard Härle (Autor/in)
  • Beatrix Busse (Autor/in)

Abstract

Der Stellenwert der universitären Lehrerbildung, die sogenannte ‚Erste Phase‘, hat in der jüngeren Vergangenheit zunehmend an Bedeutung gewonnen, wozu die Erkenntnis beiträgt, dass Lehrerinnen und Lehrer in der digitalisierten Welt von heute zu den wichtigsten Vermittlern von ‚Bildung für alle‘ gehören. In Widerspruch zu dieser herausragenden Rolle steht die relativ geringe Anerkennung, die der Profession und der Professionalisierung von Lehrpersonen zukommt, zumal auch die Frage höchst strittig ist, was überhaupt ‚gute Lehrer/innen‘ ausmacht. Unser Beitrag setzt sich sowohl unter historischer als auch unter systematischer Perspektive mit den Herausforderungen auseinander, vor denen die Lehrerbildung in Deutschland steht. Sie speisen sich zum einen aus zahlreichen immanenten Dilemmata und bisweilen ideologisch geführten Diskussionen über die universitäre Lehrerbildung im Allgemeinen und über deren ‚Leitdisziplinen‘ im Besonderen: den Fachwissenschaften, den mit ihnen korrespondierenden Fachdidaktiken, den Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaften und dem Zusammenspiel all dieser Komponenten. Zum anderen nehmen die Kontroversen darüber einen breiten Raum ein, welche Deutungshoheit (fach)wissenschaftlicher Bildung, Professionsorientierung und Praxisbezug, welche Geltung den Leitbegriffen ‚Bildung‘, ‚Wissen‘ (knowledge) und ‚Kompetenz‘ und welches Gewicht den staatlichen Entscheidungen der Bildungspolitik zukommt bzw. zukommen darf. Der Beitrag mündet in Überlegungen, die die Bedeutung der Lehrerbildung im 21. Jahrhundert mit konkreten Maßnahmen aus dem Projekt heiEDUCATION und dem Bildungskonzept der Heidelberg School of Education präzisieren.
Veröffentlicht
2018-09-28
Sprache
de