5.0 Sprachideologien und Sprachkritik im Deutschen
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In diesem Artikel werden Sprachideologien vorgestellt, die in der Germanistik prominent reflektiert werden und die mit Formen der Sprachkritik verbunden sind. Diese Sprachideologien sind eng verknüpft mit Meilensteinen der Standardisierung des Deutschen, mit Überlegungen zur Varietätenvielfalt und damit verbundenen Prestigefragen, mit der Bildung einer Nationalsprache sowie mit der Spannung zwischen ‚Laien‘- und Expertenrollen, die im 21. Jahrhundert zunehmend in eine Verwissenschaftlichung des Diskurses sowie in eine zunehmende Diskussion darüber mündet, ob Sprache ideologisch, ideologiebelastet oder ideologiefrei ist oder sein soll. Sprachbilder eignen sich als Kondensate soziokulturell verankerter Sprachideologien, um verfestigte Konzepte über Sprache herauszuarbeiten, und sind in der Germanistik ein typischer sprachhistorischer Bezugspunkt, um Sprachideologien zu untersuchen. Der Artikel illustriert daher punktuell die Funktion von Sprachbildern am Sprachbild der Pflanze, das sich als relativ konstantes Muster vom 17. Jahrhundert bis heute beobachten lässt.

