Call for Papers

Heidelberger Jahrbücher Online - Band 4: Call for Papers 2018

die Planung des Heidelberger Jahrbuchs 2019 liegt vor uns. Michael Wink und ich würden uns sehr freuen, Sie im kommenden Band als Autorin bzw. Autor mit dabei zu haben! Worum geht es thematisch?

In der Antike wurde das Schöne mit dem Wahren und dem Guten gleichgesetzt. Was aber ist das Schöne? Zeigt es sich als Durchschnittswert (wie es bei Gesichtern der Fall zu sein scheint), im Kontrast zum Hässlichen (wie es in der Kunst gelegentlich geschieht), ist es ein westlich geprägtes Konzept (wie es Umberto Eco in seinem Buch „Bellezza“ von 2002 vermutet)? Ist Schönheit überhaupt eine Kategorie für die Naturwissenschaften? Gibt es schöne Formeln, schöne Theorien oder schöne Ergebnisse? Und wenn ja: lässt sich das Konzept der Schönheit in verschiedenen Disziplinen überhaupt konkret fassen? Oder sollten wir Fragen der Schönheit der philosophischen Ästhetik überlassen und in den strengen Wissenschaften auf derartige subjektive Bewertungen verzichten?

Charles Darwin hat intensiv darüber nachgedacht, warum viele Vogelmännchen ein prächtig gefärbtes Federkleid tragen. Da er das Phänomen nicht durch die natürliche Selektion erklären konnte, begründete er das Konzept der Damenwahl („female choice“, sexuelle Selektion). Er nahm an, dass die Vogelfrauen einen Sensor für Schönheit besitzen und ihre Partner danach aussuchen. Langfristig würde dies zu immer farbenprächtigeren Männchen führen. Obwohl diese Theorie Darwins vielfach ignoriert wurde, lohnt es sich auch in der Biologie über das Thema der Schönheit und der Evolution von Schönheit nachzudenken.

Diese Thematik möchten wir aus der bunten Sicht unserer Volluniversität beleuchten. Interessant sind aus unserer Sicht Fragen wie zum Beispiel: Welche Bedeutung hat Schönheit in Ihrem Fachgebiet? Gibt es interessante Anwendungsbeispiele? Gibt es Theorien und Befunde zum Thema „Schönheit“? Welche Kriterien wären wichtig?

Wir würden uns freuen, wenn die durchaus disziplinär angelegten Beiträge diese und ähnliche Fragen thematisieren könnten und wir am Ende wieder wie in den vergangenen Jahren eine interessante Perspektivenvielfalt erzielen könnten.

Der Umfang eines Artikels sollte zwischen 15 und 25 Druckseiten liegen (d.h. 20–30 Manuskriptseiten). Da das Jahrbuch als E-book erscheinen wird, sind wir mit dem Umfang des Jahrbuches und seiner Gestaltung etwas flexibler als früher (Abbildungen in Farbe und auch Bewegtbilder sind möglich und erwünscht; bitte Urheberrechte beachten). Band 4 soll unter dem Titel „Schönheit im Blick der Wissenschaft“ im Sommer 2019 erscheinen; daher ist als Deadline für die Abgabe der Manuskripte der 31.03.2019 vorgesehen.

Bitte geben Sie uns bis 10.12.2018 per Email an wink@uni-heidelberg.de und funke@uni-hd.de Bescheid, wenn Sie sich mit einem Beitrag beteiligen möchten. Bitte nennen Sie uns den angedachten Titel und geben uns – wenn möglich – ein kleines Abstract als Vorgeschmack auf Ihren Text. Beiträge können in deutscher oder englischer Sprache verfasst werden.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge (gerne auch mit anderen zusammen verfasst) und stehen für Rückfragen gerne bereit! Und natürlich wünschen wir Ihnen einen guten Start ins neue Wintersemester!

Joachim Funke (Psychologie) & Michael Wink (Biologie)


Zum Hintergrund der „Jahrbücher“:

In den 1957 neu begründeten Heidelberger Jahrbüchern, deren Ursprung 1807 auf die Zeit der Heidelberger Romantik zurückgeht, soll der „wissenschaftliche Geist“ und der „geschichtliche Raum“ der Universität zur Darstellung gelangen. Die Heidelberger Jahrbücher, die im Auftrag der Gesellschaft der Freunde Universität Heidelberg e.V. herausgegeben werden, beleuchten in jedem Band ein fachübergreifendes Thema aus unterschiedlichen Positionen. Ihr Ziel ist es, das Gespräch und den Kontakt der Wissenschaften an der Universität Heidelberg untereinander zu fördern.

Seit 2016 erscheinen die Bände nicht mehr primär als Druckversion, sondern unter dem leicht veränderten Titel „Heidelberger Jahrbücher Online“ im elektronischen Format (mit der Möglichkeit von „Print on Demand“) bei „Heidelberg University Publishing“. Die ersten online erschienenen Bände 1 (2016; Stabilität im Wandel) und 2 (2017; Wissenschaft für alle: Citizen Science) finden Sie zur Ansicht und zum kostenlosen Download hier: http://heiup.uni-heidelberg.de/campusmedia