Zitationsvorschlag

Hensel-Grobe, Meike: Johannes Gutenberg als Medienrevolutionär: Geschichtskultur und historisches Lernen in der Lehrerbildung, in Buchwitz, Wolfram und Burrichter, Brigitte (Hrsg.): Normen und Ideale, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2026 (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Beihefte, Band 24), S. 663–677. https://doi.org/10.17885/heiup.1570.c25426

Identifier (Buch)

ISBN 978-3-96822-324-7 (PDF)
ISBN 978-3-96822-325-4 (Hardcover)

Veröffentlicht

20.08.2026

Autor/innen

Meike Hensel-Grobe

Johannes Gutenberg als Medienrevolutionär

Geschichtskultur und historisches Lernen in der Lehrerbildung

In diesem Beitrag wird gefragt, wie das fachliche und das fachdidaktische Wissen von Lehr­amtsstudierenden in einer geschichtsdidaktischen Lehr­veranstaltung anhand des geschichtskulturellen Themas „Gutenberg und der Buchdruck“ gefördert werden kann. Dabei sollen die mit konkreten Personen und Ereignissen verbundenen Abgrenzungsnarrative zwischen den kon­ventionalisierten Epochengrenzen Mittelalter und Neuzeit zunächst von den Studierenden selbst in Frage gestellt und mit fachwissenschaftlichen Argumentationen verglichen werden, in denen der Begriff ‚Medienumbruch‘ als heuris­tische Metapher erschlossen wird. Begriffe sind Codes, die mit mentalen Modellen, d. h. komplexen und individuellen Repräsentationen, verknüpft sind. Im fachlichen Verständ­nishorizont stellt der Begriff ‚Medienrevolution‘ Konzep­te zur Analyse und zur fachlichen narrativen Darstellung von historischen Zusammenhängen zur Verfügung, wäh­rend er im alltagsweltlichen Umgang eher ein Faktum be­schreibt. Erst die intensive Auseinandersetzung mit den Repräsentationen von Geschichtsmythen in den eigenen individuellen Sinnbildungsprozessen fördert eine Beschäf­tigung mit den Diskrepanzen zwischen den populären all­tagsweltlichen, in Teilen auch in Lehrwerken vorhandenen Erzählungen und dem aktuellen Forschungsstand. Dieser Erkenntnisprozess ist eine unverzichtbare Grundlage für einen Mittelalterunterricht, der jenseits der aktuellen Norm von tradierten Darstellungsweisen abweicht und aus dem Dialog mit der mediävistischen Forschung wichtige Impulse gewinnt.

Schlagwörter Conceptual Change; fachliches Wissen; fachdidaktisches Wissen; Geschichtslehrerbildung; Concept-Maps