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Veröffentlicht
Johannes Gutenberg als Medienrevolutionär
Geschichtskultur und historisches Lernen in der Lehrerbildung
In diesem Beitrag wird gefragt, wie das fachliche und das fachdidaktische Wissen von Lehramtsstudierenden in einer geschichtsdidaktischen Lehrveranstaltung anhand des geschichtskulturellen Themas „Gutenberg und der Buchdruck“ gefördert werden kann. Dabei sollen die mit konkreten Personen und Ereignissen verbundenen Abgrenzungsnarrative zwischen den konventionalisierten Epochengrenzen Mittelalter und Neuzeit zunächst von den Studierenden selbst in Frage gestellt und mit fachwissenschaftlichen Argumentationen verglichen werden, in denen der Begriff ‚Medienumbruch‘ als heuristische Metapher erschlossen wird. Begriffe sind Codes, die mit mentalen Modellen, d. h. komplexen und individuellen Repräsentationen, verknüpft sind. Im fachlichen Verständnishorizont stellt der Begriff ‚Medienrevolution‘ Konzepte zur Analyse und zur fachlichen narrativen Darstellung von historischen Zusammenhängen zur Verfügung, während er im alltagsweltlichen Umgang eher ein Faktum beschreibt. Erst die intensive Auseinandersetzung mit den Repräsentationen von Geschichtsmythen in den eigenen individuellen Sinnbildungsprozessen fördert eine Beschäftigung mit den Diskrepanzen zwischen den populären alltagsweltlichen, in Teilen auch in Lehrwerken vorhandenen Erzählungen und dem aktuellen Forschungsstand. Dieser Erkenntnisprozess ist eine unverzichtbare Grundlage für einen Mittelalterunterricht, der jenseits der aktuellen Norm von tradierten Darstellungsweisen abweicht und aus dem Dialog mit der mediävistischen Forschung wichtige Impulse gewinnt.
Schlagwörter Conceptual Change; fachliches Wissen; fachdidaktisches Wissen; Geschichtslehrerbildung; Concept-Maps

