Zitationsvorschlag
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Sye wolten auch ein fart thuen zue Machomets Tempell, gleycher weyß alls wir zue unserm Tempell
Ein intersektionaler didaktischer Blick auf spätmittelalterliche Pilgerberichte
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts machen sich zahlreiche Pilger aus dem christlichen Europa auf nach Jerusalem und begegnen dort Menschen muslimischen Glaubens. Das Vorwissen über ‚den‘ Islam fußt dabei auf falschen Vorannahmen, tradierten Klischees, bestehenden Vorurteilen und zähen Ressentiments, die noch heute virulent sind. Die christliche Religion ist dabei als Norm gesetzt, die eigene Identität wird über die Abgrenzung zu einer als fremd konstruierten hergestellt. Einige dieser Pilger verarbeiten ihre Erlebnisse in Reiseberichten, die sich – so die Annahme – eignen, um heutige essenzialistische, homogenisierende und entzeitlichte Wahrnehmungen des Islam in der Gesellschaft und im Bildungssektor zu historisieren und damit zu dekonstruieren. Ziel des Beitrags ist es, durch eine intersektionale Analyse eines exemplarischen spätmittelalterlichen Pilgerberichts (den des Basler Ritters Hans Bernhard von Eptingen) vergangene Othering-Prozesse nachzuvollziehen und daraus abgeleitet Überlegungen zum Umgang mit Identität im Geschichtsunterricht anzustellen. Die Herstellung von Alterität weist Kontinuitäten auf, wohingegen die Mechanismen und wirksamen Kategorien dieses Prozesses sich verändern können.
Schlagwörter Intersektionalität; Jerusalempilgerberichte; Didaktik; Othering; Norm

