Zitationsvorschlag
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Identifier (Buch)
Veröffentlicht
‚SentiMhd‘
Ein mittelhochdeutsches Sentiment-Wörterbuch und Sentiment-Analysen zum ‚Tristan‘
Vorgestellt werden der Bau, die Optimierung und die Evaluation des mittelhochdeutschen Sentiment-Wörterbuchs „SentiMhd“. Damit können mittelhochdeutsche Texte und Textpassagen daraufhin analysiert werden, ob ein eher positives oder negatives Vokabular verwendet wird. Mit einer Analyse zu Gottfrieds ‚Tristan‘, zu Figuren in diesem Roman und zum Wortfeld ‚Täuschen‘ wird ein Einstieg in die digitale Sentiment-Forschung im Mittelhochdeutschen versucht. Bessere und schlechtere Phasen von Tristan und Isolde lassen sich anhand der Sentiment-Werte gut nachvollziehen. Hohe Werte hat das Paar etwa beim Sieg über den irischen Truchsess an Gurnums Hoftag, niedrige Werte gibt es etwa beim letzten Beilager, das zur Verbannung führt. Das Wortfeld ‚Täuschen‘ steht im Kontext von eher negativem Vokabular – ein unerwarteter Befund, da das Paar auf eine Täuschung von Marke, Marjodo und Melot angewiesen ist. Ein weiteres Ergebnis ist, dass Gottfried etwa bei der Morgan-Episode, in der Baumgarten-Szene und beim Gottesurteil negativeres Vokabular eher in der Nähe von Täuschungsvokabular verwendet. Das Vokabular im Umkreis von Figurenreferenzen auf die täuschende Figur ist in Relation dazu positiver.
Schlagwörter Tristan; Sentiment-Analyse; digitale Literaturanalyse; digitale Mediävistik; Wertungen und Werte

