Zitationsvorschlag

Dimpel, Friedrich Michael: ‚SentiMhd‘: Ein mittelhochdeutsches Sentiment-Wörterbuch und Sentiment-Analysen zum ‚Tristan‘, in Buchwitz, Wolfram und Burrichter, Brigitte (Hrsg.): Normen und Ideale, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2026 (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Beihefte, Band 24), S. 575–594. https://doi.org/10.17885/heiup.1570.c25420

Identifier (Buch)

ISBN 978-3-96822-324-7 (PDF)
ISBN 978-3-96822-325-4 (Hardcover)

Veröffentlicht

20.08.2026

Autor/innen

Friedrich Michael Dimpel

‚SentiMhd‘

Ein mittelhochdeutsches Sentiment-Wörterbuch und Sentiment-Analysen zum ‚Tristan‘

Vorgestellt werden der Bau, die Op­timierung und die Evaluation des mittelhochdeutschen Sentiment-Wörterbuchs „SentiMhd“. Damit können mittel­hochdeutsche Texte und Textpassagen daraufhin analysiert werden, ob ein eher positives oder negatives Vokabular verwendet wird. Mit einer Analyse zu Gottfrieds ‚Tristan‘, zu Figuren in diesem Roman und zum Wortfeld ‚Täuschen‘ wird ein Einstieg in die digitale Sentiment-Forschung im Mittelhochdeutschen versucht. Bessere und schlechtere Phasen von Tristan und Isolde lassen sich anhand der Sen­timent-Werte gut nachvollziehen. Hohe Werte hat das Paar etwa beim Sieg über den irischen Truchsess an Gurnums Hoftag, niedrige Werte gibt es etwa beim letzten Beilager, das zur Verbannung führt. Das Wortfeld ‚Täuschen‘ steht im Kontext von eher negativem Vokabular – ein unerwar­teter Befund, da das Paar auf eine Täuschung von Marke, Marjodo und Melot angewiesen ist. Ein weiteres Ergebnis ist, dass Gottfried etwa bei der Morgan-Episode, in der Baumgarten-Szene und beim Gottesurteil negativeres Vo­kabular eher in der Nähe von Täuschungsvokabular ver­wendet. Das Vokabular im Umkreis von Figurenreferenzen auf die täuschende Figur ist in Relation dazu positiver.

Schlagwörter Tristan; Sentiment-Analyse; digitale Literaturanalyse; digitale Mediävistik; Wertungen und Werte