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Enklaven und Schreckensräume
Eigengesetzlichkeit und Normativität im arthurischen Roman
Der Beitrag soll die räumlichen Bereiche mittelhochdeutscher Erzählwelten untersuchen, die sich durch eine (meist unausgesprochene) Eigengesetzlichkeit und eine abweichende Normativität auszeichnen. Bereits die räumlichen und zeitlichen Modifikationen solcher Bezirke, die gegenüber der Aventürewelt auffallen, weisen auf ihren Sonderstatus hin. Auch die Interaktion der Figuren lässt irritierende Züge erkennen, da ihnen das höfische Verhalten hier sichtlich entgleitet. Dass Tugendwerte, Erfahrung, Regeln und Rollenzuweisungen die Verbindlichkeit von Normen in solchen Bereichen nicht – oder nicht für alle – sichern können, bildet ein markantes Störungspotenzial und macht die Enklaven zu normativen Graubereichen und Zonen der Grenzübertretung. Die in den Enklaven waltende Eigengesetzlichkeit scheint dabei aus Überlagerungen kultureller Muster und narrativer Modelle hervorzugehen. Der Beitrag sucht anhand der prägnanten Baumgarten- und Gewitterbrunnen-Episoden in Hartmanns Romanen ‚Erec‘ und ‚Iwein‘ den Verhaltensspielraum der Figuren zu sichten und den normativen Rahmen zu untersuchen, um die Eigengesetzlichkeit als produktive Weiterschreibung kultureller Muster zu beleuchten.
Schlagwörter Artusroman; Hartmann von Aue; Normativität; Anderswelt; Idylle

