Zitationsvorschlag

Kemper, Angelika: Enklaven und Schreckensräume: Eigengesetzlichkeit und Normativität im arthurischen Roman, in Buchwitz, Wolfram und Burrichter, Brigitte (Hrsg.): Normen und Ideale, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2026 (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Beihefte, Band 24), S. 529–543. https://doi.org/10.17885/heiup.1570.c25417

Identifier (Buch)

ISBN 978-3-96822-324-7 (PDF)
ISBN 978-3-96822-325-4 (Hardcover)

Veröffentlicht

20.08.2026

Autor/innen

Angelika Kemper

Enklaven und Schreckensräume

Eigengesetzlichkeit und Normativität im arthurischen Roman

Der Beitrag soll die räumlichen Be­reiche mittelhochdeutscher Erzählwelten untersuchen, die sich durch eine (meist unausgesprochene) Eigengesetzlich­keit und eine abweichende Normativität auszeichnen. Be­reits die räumlichen und zeitlichen Modifikationen solcher Bezirke, die gegenüber der Aventürewelt auffallen, weisen auf ihren Sonderstatus hin. Auch die Interaktion der Figu­ren lässt irritierende Züge erkennen, da ihnen das höfische Verhalten hier sichtlich entgleitet. Dass Tugendwerte, Er­fahrung, Regeln und Rollenzuweisungen die Verbindlich­keit von Normen in solchen Bereichen nicht – oder nicht für alle – sichern können, bildet ein markantes Störungspoten­zial und macht die Enklaven zu normativen Graubereichen und Zonen der Grenzübertretung. Die in den Enklaven wal­tende Eigengesetzlichkeit scheint dabei aus Überlagerungen kultureller Muster und narrativer Modelle hervorzugehen. Der Beitrag sucht anhand der prägnanten Baumgarten- und Gewitterbrunnen-Episoden in Hartmanns Romanen ‚Erec‘ und ‚Iwein‘ den Verhaltensspielraum der Figuren zu sichten und den normativen Rahmen zu untersuchen, um die Eigen­gesetzlichkeit als produktive Weiterschreibung kultureller Muster zu beleuchten.

Schlagwörter Artusroman; Hartmann von Aue; Normativität; Anderswelt; Idylle