Zitationsvorschlag
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Normen und Ideale
Der Beitrag der Sangspruchdichter
Der Beitrag orientiert über die ethisch-ästhetischen Werte und Normen, welche die hochmittelalterlichen Sangspruchdichter für eine vorbildliche adlige Lebensführung propagierten, und er fragt nach den poetischen und formalästhetischen Mitteln, welche eingesetzt wurden, um diese Normen und Leitwerte nachdrücklich zur Geltung zu bringen. Dabei zeigt sich, dass die Spruchdichter kaum je eine konkrete Antwort auf die Frage geben, wie ein rechtes Leben in der Welt zu führen ist, und ihre Wertbegriffe bleiben merkwürdig unbestimmt bzw. mehrdeutig. Auch erweist sich die kunstvolle Form vielfach als Kippfigur: Sie ist nicht nur eine Strategie, um moralische Werte zu vermitteln, sondern auch Medium der künstlerischen Selbstdarstellung. Je länger, je mehr erscheinen spruchsängerische Morallehren, bei allem vordergründigen Bemühen, moralische Normen und Werte zu vermitteln, als eine ritualisierte Kunstübung.
Schlagwörter Sangspruchdichtung; Adelsethik; höfische Tugenden; Ästhetik

