Zitationsvorschlag
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Identifier (Buch)
Veröffentlicht
In Schutt und Asche
Zur narrativen Bewältigung der brenna als totalem Normbruch in der Sagaliteratur
Literarische Texte stellen ihre Werte und Normen oft dann am deutlichsten aus, wenn sie brutal gebrochen werden. Das Ereignis, das in der altisländischen Literatur für das totale Scheitern der Bewältigungsmechanismen steht, ist der Mordbrand (altisl. brenna). Obwohl solche Episoden sowohl in der Heldensage als auch in verschiedenen Zweigen der Sagaliteratur erzählt werden, sind die Normbrüche je nach Gattung unterschiedlich inszeniert. In diesem Beitrag wird gefragt, wie die Mordbrände textintern bewertet werden, wie die Erzählungen miteinander interagieren und welche Strategien vom Erzähler und den Figuren bemüht werden, um die Katastrophe so zu bewältigen, dass der Text, ebenso wie die erzählte Gesellschaft, weiterfunktionieren kann. Hierzu werden drei Mordbrände hinsichtlich ihrer Bewältigungsmechanismen, Figurenzeichnung und der szenischen Ausgestaltung mit besonderem Augenmerk auf ihre Intertextualität verglichen: der Saalbrand der ‚Atlakviða‘, der namensgebende Brand der ‚Brennu-Njáls saga‘ und der Brandanschlag auf Flugumýri in der ‚Sturlunga saga‘.
Schlagwörter Heldensage; Sagaliteratur; Skandinavien; Intertextualität; Mordbrand

