Zitationsvorschlag

Hahn, Daniela: In Schutt und Asche: Zur narrativen Bewältigung der brenna als totalem Normbruch in der Sagaliteratur, in Buchwitz, Wolfram und Burrichter, Brigitte (Hrsg.): Normen und Ideale, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2026 (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Beihefte, Band 24), S. 343–357. https://doi.org/10.17885/heiup.1570.c25406

Identifier (Buch)

ISBN 978-3-96822-324-7 (PDF)
ISBN 978-3-96822-325-4 (Hardcover)

Veröffentlicht

20.08.2026

Autor/innen

Daniela Hahn

In Schutt und Asche

Zur narrativen Bewältigung der brenna als totalem Normbruch in der Sagaliteratur

Literarische Texte stellen ihre Werte und Normen oft dann am deutlichsten aus, wenn sie brutal gebrochen werden. Das Ereignis, das in der altisländischen Literatur für das totale Scheitern der Bewältigungsmecha­nismen steht, ist der Mordbrand (altisl. brenna). Obwohl solche Episoden sowohl in der Heldensage als auch in ver­schiedenen Zweigen der Sagaliteratur erzählt werden, sind die Normbrüche je nach Gattung unterschiedlich insze­niert. In diesem Beitrag wird gefragt, wie die Mordbrände textintern bewertet werden, wie die Erzählungen mitein­ander interagieren und welche Strategien vom Erzähler und den Figuren bemüht werden, um die Katastrophe so zu bewältigen, dass der Text, ebenso wie die erzählte Ge­sellschaft, weiterfunktionieren kann. Hierzu werden drei Mordbrände hinsichtlich ihrer Bewältigungsmechanis­men, Figurenzeichnung und der szenischen Ausgestaltung mit besonderem Augenmerk auf ihre Intertextualität ver­glichen: der Saalbrand der ‚Atlakviða‘, der namensgebende Brand der ‚Brennu-Njáls saga‘ und der Brandanschlag auf Flugumýri in der ‚Sturlunga saga‘.

Schlagwörter Heldensage; Sagaliteratur; Skandinavien; Intertextualität; Mordbrand