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„Du hast getötet und obendrein in Besitz genommen!“
Vom Umgang mit besiegten Königen im späten Mittelalter anhand der Beispiele König Adolfs und Friedrichs des Schönen
Im Beitrag wird der Umgang mit besiegten Königen im späten Mittelalter untersucht, zunächst am Beispiel des 1322 in der Schlacht bei Mühldorf unterlegenen Friedrichs des Schönen. Der Habsburger wurde von seinem Gegner Ludwig IV. gefangen genommen und nicht getötet – was einem Chronisten zufolge bei Friedrichs Bruder Verwunderung auslöste. Zusätzlich zu bereits geläufigen Erklärungsmustern wird vorgeschlagen, den Tod König Adolfs 1298 in die Bewertung dieser Episode miteinzubeziehen: Dieser war in der Schlacht bei Göllheim gegen seinen Nachfolger Albrecht I. ums Leben gekommen. Aus diesem Tod erwuchs dem Sieger der Vorwurf: „Du hast getötet und obendrein in Besitz genommen!“ Da Ludwig IV. wohl gemeinsam mit Friedrich dem Schönen am Hof Albrechts erzogen wurde, kann davon ausgegangen werden, dass ihm diese Zuschreibungen bekannt waren. Vielleicht schonte er später seinen Gegner, um selbst nicht zum Ziel solcher Anschuldigungen zu werden.
Schlagwörter Schlacht bei Mühldorf; Friedrich der Schöne; Ludwig IV.; Albrecht I.; König Adolf

