Zitationsvorschlag

Hollenbach, Anna: Eltern werden im späten Mittelalter: Wissen, Normen, Ideale, in Buchwitz, Wolfram und Burrichter, Brigitte (Hrsg.): Normen und Ideale, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2026 (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Beihefte, Band 24), S. 291–307. https://doi.org/10.17885/heiup.1570.c25403

Identifier (Buch)

ISBN 978-3-96822-324-7 (PDF)
ISBN 978-3-96822-325-4 (Hardcover)

Veröffentlicht

20.08.2026

Autor/innen

Anna Hollenbach

Eltern werden im späten Mittelalter

Wissen, Normen, Ideale

Das zeit- und kulturübergreifende Ziel, ein neues Mitglied der Gesellschaft hervorzubringen, war schon immer mit besonderen Normen verbunden. Denn Familienleitbilder und normative Diskurse zur Ge­staltung der Eltern-Kind-Beziehung bestimmten die damit verbundenen Aufgaben. Ziel des Beitrags ist es, zu unter­suchen, welche Rollen und Pflichten medizinische Schriften des 15. Jahrhunderts, wie Johannes Hartliebs Übersetzung der ‚Secreta mulierum‘ und das Pseudo-Ortolfische Frauenbüchlein, dem (werdenden) Elternpaar bei der Zeugung des Kindes, in der Schwangerschaft sowie bei und nach der Ge­burt zuschrieben. Dazu gilt es aufzuzeigen, wie die Autoren Normen entwickelten, welches Zielpublikum sie adressier­ten, auf welchen Grundlagen die Inhalte basierten und wer die Ergebnisse rezipierte. Es ist zu fragen, inwieweit die gy­näkologisch und obstetrisch ausgerichteten Handlungsan­weisungen für das Elternpaar von allgemeingültigen Denk­formen und Wertevorstellungen geprägt waren und Ideale konstruierten. Ausgangspunkt dafür ist, dass die Autoren Teil verschiedener Wissenskulturen waren, in denen Wis­sen über Sexualität, Schwangerschaft und Geburt entstand und sich dynamisch veränderte.

Schlagwörter Elternschaft; Schwangerschaft; Geburt; Johannes Hartlieb; Pseudo-Ortolfisches Frauenbüchlein