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Veröffentlicht
Eltern werden im späten Mittelalter
Wissen, Normen, Ideale
Das zeit- und kulturübergreifende Ziel, ein neues Mitglied der Gesellschaft hervorzubringen, war schon immer mit besonderen Normen verbunden. Denn Familienleitbilder und normative Diskurse zur Gestaltung der Eltern-Kind-Beziehung bestimmten die damit verbundenen Aufgaben. Ziel des Beitrags ist es, zu untersuchen, welche Rollen und Pflichten medizinische Schriften des 15. Jahrhunderts, wie Johannes Hartliebs Übersetzung der ‚Secreta mulierum‘ und das Pseudo-Ortolfische Frauenbüchlein, dem (werdenden) Elternpaar bei der Zeugung des Kindes, in der Schwangerschaft sowie bei und nach der Geburt zuschrieben. Dazu gilt es aufzuzeigen, wie die Autoren Normen entwickelten, welches Zielpublikum sie adressierten, auf welchen Grundlagen die Inhalte basierten und wer die Ergebnisse rezipierte. Es ist zu fragen, inwieweit die gynäkologisch und obstetrisch ausgerichteten Handlungsanweisungen für das Elternpaar von allgemeingültigen Denkformen und Wertevorstellungen geprägt waren und Ideale konstruierten. Ausgangspunkt dafür ist, dass die Autoren Teil verschiedener Wissenskulturen waren, in denen Wissen über Sexualität, Schwangerschaft und Geburt entstand und sich dynamisch veränderte.
Schlagwörter Elternschaft; Schwangerschaft; Geburt; Johannes Hartlieb; Pseudo-Ortolfisches Frauenbüchlein

