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Norm und Sprache
Zum spätmittelalterlichen Kunstdiskurs in Deutschland am Beispiel von Albrecht Dürers ‚Unterweisung der Messung'
Der Beitrag befasst sich mit den Anfängen des volkssprachlichen Kunstdiskurses in Deutschland im ausgehenden 15. und frühen 16. Jahrhundert und reflektiert das Verhältnis von Norm, Ideal und Sprache. Im Zentrum steht Albrecht Dürer mit seinem ersten gedruckten Theoriewerk, der ‚Unterweisung der Messung‘ (1525). Ebenso wie der von ihm als Vorbild genannte Baumeister und Theoretiker Matthäus Roritzer (‚Büchlein von der Fialen Gerechtigkeit‘, 1486) stand Dürer vor der Herausforderung, für seine kunsttheoretischen Erörterungen eine neue Sprache zu kreieren – in Auseinandersetzung mit lateinischen, griechischen und italienischen Vorbildern. Ziel war eine wissenschaftlich fundierte Architektur und Malerei, die über das praktisch erlernte Handwerk hinaus durch theoretische Fundierung und klar definierte Regeln bzw. Normen tatsächlich zur ‚Kunst‘ (ars) wird. Die Suche nach dem ‚richtigen‘ sprachlichen Ausdruck, die insbesondere bei Dürer in zahlreichen theoretischen Entwürfen dokumentiert ist und von ihm in seinen Schriften intensiv reflektiert wird, zeigt, dass Norm(ierung) und Sprache nicht voneinander zu trennen sind. Die Bedeutung der sprachlichen Ebene prägte auch die Rezeption der frühen Theoriewerke, die im Beitrag abschließend beleuchtet wird.
Schlagwörter Kunstdiskurs; Albrecht Dürer; Geometrielehre; Werkmeisterbücher; Volkssprache

