Zitationsvorschlag

Wittig, Claudia: Recht im Konflikt: Legitimität und Geltungsbereiche der Gewohnheitsrechte im Bretonischen Erbfolgekrieg (1341), in Buchwitz, Wolfram und Burrichter, Brigitte (Hrsg.): Normen und Ideale, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2026 (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Beihefte, Band 24), S. 181–205. https://doi.org/10.17885/heiup.1570.c25396

Identifier (Buch)

ISBN 978-3-96822-324-7 (PDF)
ISBN 978-3-96822-325-4 (Hardcover)

Veröffentlicht

20.08.2026

Autor/innen

Claudia Wittig

Recht im Konflikt

Legitimität und Geltungsbereiche der Gewohnheitsrechte im Bretonischen Erbfolgekrieg (1341)

Dieser Artikel untersucht Legitimität und Geltungsbereiche lokaler Gewohnheitsrechte inner­halb der pluralistischen Rechtskultur des spätmittelalter­lichen Frankreichs. Er analysiert zwei Memoranden aus dem Kontext des Bretonischen Erbfolgekriegs (1341) im Hinblick auf die Legitimationsfaktoren, die den verschie­denen in der Argumentation verwendeten Rechtstraditio­nen zugeschrieben werden. Der Artikel argumentiert, dass die coutumes ihre Legitimität aus ihrer Einbettung in eine Rechtsgemeinschaft bezogen, in deren Geschichte sie ver­ankert waren. Vor dem Hintergrund bestimmter Entwick­lungen in der Rechtskultur des Königreiches – Integration des römischen Rechts, Verschriftlichung der lokalen Ge­wohnheitsrechte, wachsende Zentralisierung der Jurisdik­tion – war die Zugehörigkeit zu einer Rechtsgemeinschaft verhandelbar, mit einer Tendenz der Coutumes de France, eine Identifizierung der politischen Eliten mit den Rechts­normen der Könige zu begünstigen.

Schlagwörter mittelalterliches Frankreich; Rechtsgeschichte; Bretonischer Erbfolgekrieg; Gewohnheitsrechte