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Heiligkeitsideal und Ordensrecht
Das ‚Exercitatorio de la Vida Spiritual‘ des Benediktinerabtes García Jiménez de Cisneros als Weg klösterlicher Erneuerung
Das Konzil von Trient definiert die Rechtfertigung als eine Erneuerung des „inneren Menschen“ (6. Sitzung, 13. Januar 1547, c. 7), wobei hier 1) der Handlungs- und Prozesscharakter, 2) die Betonung von Innerlichkeit und 3) die Bedeutung des freien Willens als Einholung des Heiligkeitsideals hervorgehoben werden. Die Formel lässt sich zweifellos als Ergebnis jener Reformbemühungen verstehen, die mit der Tradition der geistlichen Exerzitien in Verbindung gebracht werden können. Wenngleich vor allem die Exerzitien des Ignatius von Loyola mit dieser Spiritualitätsform verbunden werden, wird bereits in einem Brief des Pedro de Ribadeneira mit den ‚Exerzitien des geistlichen Lebens‘ des García Jiménez de Cisneros auf eine Vorlage für Ignatius hingewiesen, in der Cisneros die Benediktinerabtei Montserrat am Ende des 15. Jahrhunderts zunächst geistlich zu reformieren versuchte, um dann die normative Ordnung durch neue Konstitutionen vorzunehmen. Dieser Beitrag hat zum Ziel, dieses eher unbekannte Werk vorzustellen und seine Besonderheiten herauszustellen. Gleichzeitig wird gezeigt, wie Cisneros versuchte, das ‚Ideal‘ des monastischen Lebens und der Heiligkeit zu fördern, bevor er damit begann, ‚Normen‘ zur Reform der Abtei Montserrat einzuführen. Was kann dieses Werk über das Verhältnis von Normativität und Heiligkeitsideal sagen?
Schlagwörter Exerzitien; Cisneros; Ignatius von Loyola; Montserrat; Ordensrecht

