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La ville jurée
Serment et gouvernement dans les villes du Rhin supérieur à la fin du Moyen Âge
Um Vertrauen und Solidarität zu schaffen und die Bevölkerung zum Gehorsam gegenüber der Obrigkeit zu bewegen, banden die Städte von Konstanz bis Straßburg im Spätmittelalter Bürger und andere Einwohner in Eidesbeziehungen ein. Die Untersuchung der Eidesrituale zeigt zwar, dass die Stadt keine conjuratio gleichberechtigter Bürger, sondern eine stark hierarchisch strukturierte Gesellschaft war. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Eid seine Bedeutung verloren hätte. Indem der Eid in den Kontext einer städtischen Kultur gestellt wird, die von kirchlichen und kaiserlichen Gesetzen und Praktiken geprägt war, und indem untersucht wird, wie er sich in den umfassenden Prozess der Verschriftlichung städtischer Herrschaft einfügte, widerlegt dieses Buch die Vorstellung von seinem Niedergang und gibt ihm seine Plastizität und politische Wirksamkeit zurück.

