Zitationsvorschlag

Fuchs, Thomas, Schlette, Magnus und Tewes, Christian: Verkörperung, in Meier, Thomas et al. (Hrsg.): Umwelt interdisziplinär: Grundlagen – Konzepte – Handlungsfelder, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2026, S. 679–700. https://doi.org/10.17885/heiup.1378.c19351

Identifier (Buch)

ISBN 978-3-96822-273-8 (PDF)
ISBN 978-3-96822-274-5 (Hardcover)

Veröffentlicht

02.07.2026

Autor/innen

Thomas Fuchs , Magnus Schlette , Christian Tewes

Verkörperung

Theorien der Verkörperung beruhen auf der Annahme, dass kognitive Prozesse intrinsisch ver­körpert sind, und messen der Interaktion von Körper und Umwelt entscheidende Bedeutung für die Möglichkeit von Bewusstsein zu. Seit den 1990er-Jahren wird dieser ver­körperungstheoretische Grundgedanke insbesondere vom Enaktivismus vertreten.

Der Aufsatz zeichnet das verkörperungstheoreti­sche Paradigma in drei Abschnitten nach, zunächst mit allgemeinem Bezug auf die Ökologie des Organismus (1), dann unter besonderer Beachtung der Konstruktion öko­logischer Nischen, ihrer kulturellen Vererbung und der Inkorporation neuer Fähigkeiten durch Enkulturation in tradierte Nischen (2). Danach wird skizziert, wie sich im verkörperungstheoretischen Paradigma die Entstehung von Bedeutung im doppelten Sinn von semantischem wie evaluativem Gehalt modellieren lässt, so dass die sprachli­che Kommunikation zu einem eigenständigen Faktor öko­logischer Nischenbildung der menschlichen Lebensform wird (3). Der Aufsatz schließt mit einem Ausblick auf wei­terführende verkörperungstheoretische Forschungsfragen zum Verhältnis von Gedächtnis und Umwelt, Sprache und Umwelt sowie Anthropologie und Umwelt (4).

Schlüsselbegriffe Enaktivismus, Organismus, Nischenkon­struktion, sprachliche Kommunikation