Heidelberger Jahrbücher Online https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo <p>In den <em>Heidelberger Jahrbüchern Online</em> soll der wissenschaftliche Geist und der geschichtliche Raum der Universität zur Darstellung gelangen. Die Heidelberger Jahrbücher, die im Auftrag der Gesellschaft der Freunde Universität Heidelberg e.V. herausgegeben werden, beleuchten in jedem Band ein fachübergreifendes Thema aus unterschiedlichen Positionen. Ihr Ziel ist es, das Gespräch und den Kontakt der Wissenschaften an der Universität Heidelberg untereinander zu fördern.</p> de-DE <p>Dieser Beitrag wird unter folgender Creative Commons Licence publiziert <a title="für Details bitte klicken" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/" target="_blank" rel="license noopener">(Please click on the icon for more details</a>):</p> <p><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/" rel="license"><img style="border-width: 0;" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-nd/4.0/88x31.png" alt="Creative Commons Lizenzvertrag"></a></p> <p>&nbsp;</p> joachim.funke@psychologie.uni-heidelberg.de (Joachim Funke) joachim.funke@psychologie.uni-heidelberg.de (Joachim Funke) Tue, 01 Aug 2023 22:38:19 +0200 OJS 3.2.1.4 http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss 60 Titel https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24806 Joachim Funke, Michael Wink Copyright (c) 2023 Joachim Funke, Michael Wink https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24806 Tue, 01 Aug 2023 00:00:00 +0200 Inhaltsverzeichnis https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24807 Joachim Funke, Michael Wink Copyright (c) 2023 Joachim Funke, Michael Wink https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24807 Tue, 01 Aug 2023 00:00:00 +0200 Vorwort https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24808 Joachim Funke, Michael Wink Copyright (c) 2023 Joachim Funke, Michael Wink https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24808 Tue, 01 Aug 2023 00:00:00 +0200 Der gezähmte Apostel im Galaterbrief. Kanonisches framing zur Entschärfung eines alten Konflikts https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24809 <p>Der Galaterbrief ist die am stärksten polemische Epistel aus der Feder des Apostels Paulus, in der Paulus sich in einem auch auf persönlicher Ebene ausgetragenen Konflikt bewegt, dort seine Position formuliert und sich mit Schärfe an seinen wohl judenchristlich geprägten Opponenten abarbeitet. Der Brief kursiert als Einzelschrift und mit ihm der ungelöste Konflikt und die polemische Note. In seiner Frontstellung als erster und damit exponierter Brief in der ersten bekannten frühchristlichen Schriftsammlung mit dem Anspruch kanonischer Geltung, der Bibel Marcions, wird diese Polemik Programm und gewinnt zudem eine antijüdische Schlagseite. Doch im Rahmen der für uns heute maßgeblichen „kanonischen Ausgabe“ des Neuen Testaments ist der Galaterbrief „gezähmt“: Er ist zwar Teil des Kanons (die entsprechenden Konflikte werden also nicht verschwiegen), aber er hat als vierter von vierzehn Paulusbriefen seine Frontstellung verloren und erscheint durch umgebende Leseanleitungen (beispielsweise aus der Apostelgeschichte) in versöhnlichem Licht. Damit ist die frühchristliche publizistische Behandlung des Galaterbriefes ein Beispiel für Konfliktentschärfung durch entsprechendes <em>framing</em>.</p> Peter Busch Copyright (c) 2023 Peter Busch https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24809 Tue, 01 Aug 2023 00:00:00 +0200 Schöpferischer Kampf und Kooperation im Licht der Organismischen Evolution https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24810 <p>Die Evolution der Lebewesen (biologische Evolution) ist geprägt von einem ewigen Kampf mit zerstörerischen Folgen, ohne die es keinen Fortschritt gäbe. Es ist der kanalisierende Evolutionsfaktor der Selektion, der, geprägt vom Ökonomischen Prinzip (bzw. Optimierungsprinzip), vor dessen Hintergrund durch den Konkurrenzkampf vielfach ein Massensterben der weniger fitten (d.h. der weniger passenden) Nachkommen resultiert. Kriegsschauplätze im Kampf ums Dasein sind beispielsweise bei Blütenpflanzen die Narben und Griffel eines oder mehrerer Fruchtknoten in einer Blüte (Pollenschlauchkonkurrenz) sowie später die Keimplätze der Samen (Keimlingskonkurrenz), bei Tieren sind es die Balz- und Paarungsplätze und manchmal auch die Brutplätze. An Hand einiger Beispiele werden auf die Kampf-„Strategien“ bei Pflanzen und Tieren eingegangen. Dabei stellen die Autoren ihre neuesten Ergebnisse über das Paarungs- und Brutverhalten zweier Hautflügler- (Hymenopteren-) Arten auf Sizilien vor, nämlich einer Schneckenhausbiene sowie einer besonders großen Dolchwespe. Ähnlich unserem menschlichen Dasein haben sich, natürlich lange zuvor, während der Evolution zwischen Organismen „friedliche Koexistenzen“, Gildenbildung (beispielsweise zur Steigerung einer Bestäubungseffizienz), Mutualismen (gegenseitiges Geben und Nehmen) und enge Symbiosen eingestellt. Aber auch bei Mutualismen kann es zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommen: gewisse Pflanzen-Arten der Tropen können sich ein „Söldnerheer“ von Ameisen „leisten“, die beispielsweise die Aufgabe übernehmen, umgebende beschattende Bäume zu entblättern. Im Gegenzug erhalten die Ameisen von den sehr lichtbedürftigen Pflanzen Wohnraum und Futter. Ein abschließendes Kapitel stellt Fragen zu einem dauerhaften Frieden, dem Traum einer friedliebenden menschlichen Gesellschaft.</p> Claudia Erbar, Peter Leins Copyright (c) 2023 Claudia Erbar, Peter Leins https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24810 Tue, 01 Aug 2023 00:00:00 +0200 Krieg als schlechte Form der Problemlösung https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24811 <p>Krieg, Konflikt, Solidarität: In der Psychologie sind das allesamt herausfordernde Themen –&nbsp;nicht nur dort. Dass Konflikte zu Kriegen eskalieren können, kommt vor – andere Konflikte deeskalieren. Woran liegt das? Auch wenn der Schwerpunkt dieses Kapitels auf Krieg und Konflikt liegt, soll wenigstens kurz das Thema „Solidarität“ gestreift werden, denn Kampf und Kooperation liegen in der Natur des Menschen nah beieinander.</p> Joachim Funke Copyright (c) 2023 Joachim Funke https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24811 Tue, 01 Aug 2023 00:00:00 +0200 Der Raub der Bibliotheca Palatina und ihre Wiedergewinnung: Über die digitale Rückkehr des berühmtesten Heidelberger Kulturdenkmals https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24812 <p>Die Heidelberger Bibliotheca Palatina galt zu Beginn des 17. Jahrhunderts neben der Biblioteca Apostolica Vaticana als die bedeutendste Bibliothek Europas. Nach der Eroberung des reformierten Heidelberg durch katholische Truppen wurde die Bibliothek 1623 in den Vatikan überführt, wo ihr größter Teil noch heute verwahrt wird. Der Aufsatz schildert in einem ersten, historischen Teil das Schicksal der Palatina zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Der zweite Teil beschreibt das zehnjährige Digitalisierungsprojekt der Universitätsbibliothek im Vatikan, durch das die wertvollen Handschriften der Palatina virtuell für Heidelberg zurückgewonnen wurden.</p> Veit Probst Copyright (c) 2023 Veit Probst https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24812 Tue, 01 Aug 2023 00:00:00 +0200 Welche Konflikte – welche Solidaritäten? https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24813 <p>Spaltungsthesen und Solidaritätsappelle haben zur Zeit Hochkonjunktur. In den moralisch aufgeheizten Debatten bleibt jedoch unklar, was angeblich auseinanderbricht und wie es wieder integriert werden soll. Es müssen dafür zunächst grundlagentheoretische Fragen geklärt werden. Der oft bemühte, aber unbrauchbare „Gesellschaftsbegriff“ wird ersetzt durch verschiedene Vergesellschaftungsebenen, die für das Konfliktgeschehen und das „Zu-Integrierende“ entscheidend sind. Neben diesen strukturellen Ebenen ist die kulturelle oder Wertdimension von Bedeutung. Soziale Integration benötigt Wertbezüge, diese stehen aber nur im Plural und nicht widerspruchsfrei und konfliktlos zur Verfügung. Aktuell gibt es weder grundlegende Konfliktfronten noch übergreifende Solidaritäten. Letztere bleiben eine Ausnahmeerscheinung und sind nicht konstitutiv für soziale Integration.</p> Thomas Schwinn Copyright (c) 2023 Thomas Schwinn https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24813 Tue, 01 Aug 2023 00:00:00 +0200 Das Unbeschreibliche in Worte fassen: Krieg und Kriegsgegner benennen. Private Texte aus Elsass-Lothringen zur Zeit des Ersten Weltkriegs https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24814 <p>Der Erste Weltkrieg ist nicht nur ein politisches Ereignis von einschneidender Bedeutung für Europa und seine Geschichte, sondern auch ein kommunikatives, welches weite Teile der Bevölkerung der Kriegsnationen mit einem Mal zum kontinuierlichen Schreiben bringt, ja sogar zwingt, wollen sie mit ihren Angehörigen in Kontakt bleiben. Diese Entwicklung betrifft alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen, für die sprachwissenschaftliche Forschung ist sie jedoch hinsichtlich der Menschen, deren Vorkriegsalltag nur eine eingeschränkte Schreibpraxis erforderte, von besonderem Interesse. Authentische Textzeugnisse (Briefe, Feldpostkarten, Tagebücher) in unterschiedlichen Sprachen aus den Jahren 1914 bis 1918 zeigen exemplarisch, wie Schreiberinnen und Schreiber die kriegerische Auseinandersetzung verbal abbilden, wie sie den Krieg benennen und wie zugleich das Bild des Gegners konstruiert und kommuniziert wird.</p> Lena Sowada, Sybille Grosse Copyright (c) 2023 Lena Sowada, Sybille Grosse https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24814 Tue, 01 Aug 2023 00:00:00 +0200 Konflikte und Kontroversen in und um Statistik https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24815 <p>Die Statistik als eigenständige wissenschaftliche Disziplin und als angewandte Wissenschaft bietet Potenzial für vielerlei Kontroversen. Dieser Beitrag beleuchtet Konflikte, die wegen Statistik entstehen, auf mehreren Ebenen. Zunächst wird dargelegt, dass zwischen Statistikern interkollegiale Divergenzen und Meinungsverschiedenheiten wahrnehmbar sind –&nbsp;sei es wegen Streitigkeiten um Begriffe, wegen unterschiedlicher Vorstellungen bei der Durchführung analytischer Methoden oder bezüglich der Anwendungen von Statistik. Zudem wird darauf eingegangen, wie Statistiker bei der Datenanalyse Konflikte mit Kollegen anderer Fachrichtungen und mit sich selbst austragen –&nbsp;beginnend bei der Studienplanung über die Datenanalyse bis hin zur Interpretation der Ergebnisse. Schließlich wird anhand einiger konkreter Anwendungsbeispiele aufgezeigt, dass Statistik auch gesellschaftlicher Sprengstoff sein kann und Meinungsverschiedenheiten wegen Statistik nicht nur im akademischen Umfeld auftreten.</p> Christel Weiß Copyright (c) 2023 Christel Weiß https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24815 Tue, 01 Aug 2023 00:00:00 +0200 Gewalt im Tierreich https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24816 <p>Gewalt ist im Tierreich weit verbreitet und tritt in der Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Arten, vor allem aber intraspezifisch, also innerhalb derselben Art auf. Die Knappheit von Ressourcen (Nahrung, Reviere, Paarungspartner) ist häufig ein Auslöser von Gewalt. Bei Ressourcenmangel setzt häufig ein Wettbewerb ein, der sich in ritualisierten Kämpfen, aber auch in Vernichtungskämpfen äußert. Gewalt manifestiert sich auch im Kindesmord (Infantizid) und im Geschwistermord (Siblizid), die unter besonderen Umständen bei einigen Tierarten regelmäßig auftreten. Auch eine erzwungene Paarung (Vergewaltigung) ist im Tierreich nicht unbekannt. Gewalt ist ein Merkmal, dass durch die Natürliche Selektion ausgelesen wurde, und weil es offenbar vorteilhaft für das Überleben ist, wurde es bis heute bei vielen Tierarten beibehalten. Wir Menschen gehören zu den Primaten, unter denen es viele gewalttätige und aggressive Arten gibt. Wir teilen uns einen gemeinsamen Vorfahren mit Gorillas und Schimpansen, die als besonders gewaltig gelten. Es ist daher anzunehmen, dass Gewalt zum evolutionären Erbe bei uns Menschen zählt. Untersuchungen zeigen, dass Mord und Totschlag mit der Sesshaftwerdung und Zivilisierung vor rund 10.000 Jahren deutlich zurückgegangen sind. Demnach ist der moderne Mensch verglichen zu seinen Vorfahren eine ausgesprochen friedfertige Art, auch wenn die vielen Meldungen von Gewalt in den Medien uns das Gegenteil suggerieren. Es wird postuliert, dass beim Menschen eine Art Selbstdomestikation zu größerer Friedfertigkeit erfolgte: Es waren vermutlich die Frauen, die über viele Generationen hinweg durch Damenwahl Männer als Väter für ihren Nachwuchs selektierten, die weniger gewalttätig, dafür aber friedfertig, hilfsbereit und kooperativ waren.</p> Michael Wink Copyright (c) 2023 Michael Wink https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 https://heiup.uni-heidelberg.de/journals/hdjbo/article/view/24816 Tue, 01 Aug 2023 00:00:00 +0200