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Konstruktionen Europas in der Frühen Neuzeit
28 Sep 2017
Sektion VI: Wissen und europäische Expansion. Das epistemische Setting global agierender Institutionen in der Frühen Neuzeit
„Bodenständiger Realismus“ als Erfolgskonzept kolonialer Herrschaft? Staat und Wissen über Naturressourcen im portugiesischen Amerika
Abstract
Auf ein Konzept des brasilianischen Soziologen Sérgio Buarque de Holanda aufbauend stellt der Artikel den vergleichsweise nüchternen Zugang der Portugiesen zur Natur in der Neuen Welt dar. Sie erhoben nur wenige Informationen und reflektierten das Vorgefundene kaum. Statt die angetroffenen Naturressourcen nutzbar zu machen, suchten sie die ihnen bereits bekannten Edelmetalle und führten die Zuckerwirtschaft ein, womit sie hohe Profite erzielten. Eine Änderung des Wissensregimes erfolgte erst im Rahmen der Aufklärung, als der Marquis von Pombal versuchte, die portugiesische Wirtschaft mit Hilfe der systematischen Erforschung der amerikanischen Kolonie zu stärken. Letztlich schuf er mit dem Einsatz entsprechender Wissensbürokraten die Grundlage für den brasilianischen Staatsbildungsprozess.
In seinem 1959 erstmals erschienen Werk „Vision des Paradieses: Die edenischen Motive bei der Entdeckung und Kolonisation Brasiliens“ konstatierte der brasilianische Soziologe und Historiker Sérgio Buarque de Holanda die geringe Begeisterungsfähigkeit der Portugiesen für den von ihnen in Besitz genommenen Teil des amerikanischen Kontinents.1 Anders als den Spaniern habe den Portugiesen die Neugier auf das Unbekannte, der Enthusiasmus für das Wunderbare und die Fähigkeit zur Reflexion des Erfahrenen gefehlt. Nüchtern hätten sie aufgenommen, was das neu entdeckte Land zu bieten gehabt habe, und sich frei von Spekulationen auf die Registrierung des Vordergründigen beschränkt. Zwar hätten sie ebenso wie die Spanier den Topos des irdischen Paradieses für ihre Darstellungen des amerikanischen Kontinents bemüht, hierfür aber nur die augenfälligsten Aspekte des Angetroffenen als Belege angeführt: die Fruchtbarkeit des Bodens, die üppige Vegetation, das angenehme Klima, das reichlich vorhandene Wasser und die gesunden Lüfte. Statt von Träumen von unermesslichen Reichtümern, welche die spanischen Eroberer zu ihren verwegenen Unternehmungen getrieben hätten, seien die Portugiesen von einem sachlichen Interesse am Handel beherrscht gewesen und hätten ihre Aktivitäten daher über sehr viel längere Zeit auf die Küstenregion beschränkt. Die Haltung der Portugiesen sei jedoch keineswegs „modern“ gewesen, denn sie hätten nicht dem Anspruch des für die Renaissance charakteristischen Idealismus genügt, sondern seien einer für das Mittelalter typischen Mentalität des Konkreten verhaftet geblieben. Für diese spezifisch portugiesische, auf das Unmittelbare ausgerichtete, wenig phantasievolle Wahrnehmung der Neuen Welt prägte Buarque de Holanda den Begriff des „bodenständigen Realismus“ (realismo pedestre).2
Tatsächlich war das Amerika-Interesse der Portugiesen nicht nur deutlich nüchterner und utilitaristischer als das der Spanier. Was die Portugiesen im 16. Jahrhundert über die Neue Welt in schriftlicher Form festhielten, war auch weit weniger umfassend als das, was ihre iberischen Nachbarn dokumentierten. Insbesondere gab es so gut wie keine Bemühungen, Wissen systematisch und ohne die Absicht einer unmittelbaren Anwendung zu erheben, wie dies die spanische Regierung etwa mittels der zwischen 1579 und 1585 seriell eingesetzten Fragelisten der Relaciones Geográficas veranlasste.3 Eine Forschergruppe um Arndt Brendecke vertritt die These, dass die frühneuzeitliche europäische Expansion die strukturierte Aufnahme von Wissen in weit entfernten Gebieten notwendig machte und dadurch nicht nur maßgeblich zur Entstehung der „modernen empirischen Wissenskultur Europas“ beitrug, sondern dass die Erhebung und Verwaltung des Wissens auch die europäischen Herrschafts- und Verwaltungssysteme prägte und damit wesentlich an der Herausbildung moderner Staatlichkeit beteiligt war.4 Dies trifft auf den portugiesischen Fall jedoch nur mit Einschränkungen zu. Im Folgenden wird ein kurzer Abriss über den Stellenwert des Wissens über die brasilianischen Naturressourcen innerhalb des portugiesischen Kolonialsystems gegeben. Hierbei wird gezeigt, dass die portugiesische Krone wie auch ihre Untertanen von Beginn an auf die Extraktion weniger ihnen bereits zuvor bekannter Rohstoffe fixiert waren und in epistemischer Hinsicht kaum Ambitionen zeigten. Dies war ein im Sinne der Kolonialmacht lange Zeit äußerst profitables Vorgehen. Als die Krone in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann, sich vom eingangs erwähnten „bodenständigen Realismus“ abzuwenden und die Generierung von Wissen über Rohstoffe und deren wirtschaftliche Möglichkeiten im portugiesischen Amerika entsprechend der Leitlinien der portugiesischen Aufklärung gezielt zu fördern, bereitete dies den Boden für die Konstituierung des brasilianischen Nationalstaates nach der 1822 erfolgten Unabhängigkeit.
Wie einzelne Fachhistoriker immer wieder (zu Recht) beklagen, wurden die im Rahmen der portugiesischen Überseeexpansion entstandenen Beiträge zur Wissensentwicklung in der Frühen Neuzeit und insbesondere zur wissenschaftlichen Revolution lange Zeit nicht hinreichend beziehungsweise überhaupt nicht von der nordeuropäischen und nordamerikanischen Wissenschaftsgeschichte zur Kenntnis genommen.5 Tatsächlich waren die Portugiesen, in Wechselwirkung mit ihren Fahrten nach Übersee und unter aktiver Förderung durch den königlichen Hof, bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts führend in der Kartographie, Astronomie und Mathematik, abgesehen davon, dass sie herausragende Werke auf einzelnen anderen Wissensgebieten schufen, wie etwa die Abhandlung zur Botanik und Pharmazie von Garcia de Orta. Es gab im portugiesischen Humanismus (ca. 1430 bis 1570) ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Überlegenheit der eigenen Erfahrung gegenüber den antiken und mittelalterlichen Überlieferungen im Prozess der Wahrheitsfindung, welches unter anderem zur gezielten Ausführung wissenschaftlicher Experimente an unterschiedlichen Stellen der Erdkugel führte.6 Dennoch sind für das portugiesische Amerika bis zum Ende des 18. Jahrhunderts so gut wie keine wissenschaftlichen Erörterungen noch Belege für ein tieferes Interesse des Staates an der wirtschaftlichen und sozialen Beschaffenheit oder dem Potential des Landes entstanden. Gab es im 16. Jahrhundert noch diverse Institutionen in Lissabon, in denen das im Rahmen der Expansion erworbene Wissen präsentiert, diskutiert, weiterverarbeitet oder zumindest verwahrt wurde, so verloren diese in der Folgezeit, als Brasilien zur wichtigsten Kolonie des Imperiums aufstieg, weitgehend an Bedeutung.
Abgesehen von dem ausführlichen Brief über die Entdeckung des Subkontinents durch Pedro Álvares Cabral im Jahr 1500 und wenigen weiteren Ausnahmen war eine der ersten portugiesischen Darstellungen Amerikas die 1576 in Lissabon veröffentlichte „Geschichte der Provinz Santa Cruz, die wir üblicherweise Brasilien nennen“ von Pero Magalhães de Gândavo.7 Gleich zu Beginn des Prologs an den Leser äußerte sich der Autor zu dem Mangel an Wissen über das Land:
A causa principal que me obrigou a lançar mão da presente história, e sair com ela à luz foi por não haver até agora pessoa que a empreendesse, havendo já setenta e tantos anos que esta província é descoberta; a qual história creio que mais esteve sepultada em tanto silêncio, pelo pouco caso que os portugueses fizeram sempre da mesma província, que por faltarem na terra pessoas de engenho e curiosas, que por melhor estilo e mais copiosamente que eu a escrevessem.8
Der wichtigste Grund, der mich dazu verpflichtete, mich mit der vorliegenden Geschichte zu befassen und sie ans Licht zu bringen, war, dass dies bis jetzt noch niemand unternommen hat, obwohl bereits über siebzig Jahre vergangen sind, seit diese Provinz entdeckt wurde; ich glaube, dass diese Geschichte vor allem deswegen in soviel Stille begraben ist, weil die Portugiesen nie viel Aufhebens von der Provinz gemacht haben, und nicht so sehr, weil es im Land an Personen mangelte, die befähigt und neugierig wären, sie in besserem Stil und ausführlicher als ich aufzuschreiben.
Tatsächlich war die portugiesische Krone bis ins 17. Jahrhundert vor allem an der Handelsroute nach Indien interessiert, auf der es außer wertvollen Gewürzen auch Gold, Elfenbein und andere hoch geschätzte Luxuswaren zu holen gab. Ihr Engagement in Amerika war dagegen gering. Die Erkundung der Küsten überließ sie ebenso privaten Unternehmern wie den Handel mit Brasilholz, welchen die Krone über Exklusivverträge verpachtete.9 Als andere europäische Mächte begannen, den Portugiesen das Land streitig zu machen, beschloss die Krone 1534 zwar, die Handelskolonie in eine Siedlungskolonie umzuwandeln, griff aber auch dafür auf mit umfangreichen Vollmachten ausgestattete Privatunternehmer (capitães donatários) zurück. Die staatliche Verwaltung war nur in geringem Ausmaß in den frühen Erkundungs- und Kolonisationsprozess eingebunden und blieb sowohl über das Treiben der Kolonialunternehmer als auch über das Land selbst relativ uninformiert. Erst 1548 begann mit der Einrichtung des Generalgouvernements die allmähliche militärische, juristische und administrative Durchdringung des Landes.10
Gândavo verfolgte mit seinem Bericht die Absicht, potentielle Siedler für die dauerhafte Bewirtschaftung der Kolonie zu motivieren. Sein Prolog geht wie folgt weiter:
Porém já que os estrangeiros a tem noutra estima, e sabem suas particularidades melhor e mais de raiz que nós […], parece coisa decente e necessária terem também os nossos naturais a mesma notícia, especialmente para que todos aqueles que nestes reinos vivem em pobreza não duvidem escolhê-la para seu amparo; porque a mesma terra é tal, e tão favorável aos que vão buscar, que a todos agasalha e convida com remédio por pobres e desamparados que sejam.11
Da die [Provinz Brasilien] jedoch bei den Ausländern in höherem Ansehen steht und diese ihre Eigenschaften besser und tiefgründiger kennen als wir […], scheint es geboten, dass auch die Menschen in Portugal über dieselben Informationen verfügen, insbesondere damit all jene, die in diesen Königreichen [Portugal und Algarve] in Armut leben, nicht zögern, sie für ihren Unterhalt zu wählen; denn das Land ist derart günstig für alle, die dort hingehen, dass es alle aufnimmt und ihnen Möglichkeiten gewährt, wie arm und verlassen sie auch sein mögen.
Mit den bereits zwanzig Jahre zuvor erschienen Brasilienberichten von Hans Staden und André Thevet verfügten die Europäer in der Tat über zwei hervorragende Informationsquellen, denen die Portugiesen bis dahin nichts entgegen zu setzen hatten.12 Ebenso wie jene beiden Autoren beschrieb auch Gândavo in seiner Abhandlung die Indigenen, ihre Bräuche und Kriege, aber auch einige Arten der einheimischen Flora und Fauna. Als Rohstoffe für den Export beziehungsweise Einnahmequelle für den Staat sah er diese jedoch nicht. Vielmehr ging es ihm darum, die allgemeine Fruchtbarkeit des Landes anzupreisen, die es angeblich jedem noch so armen Menschen ermöglichte, mit Hilfe weniger Sklaven ein auskömmliches Leben zu führen. Erst im letzten Kapitel ging er auf Hinweise über das Vorkommen von Gold und Edelsteinen im Landesinnern ein, doch blieb er bei einer vagen Andeutung, die auf Erzählungen von Indigenen beruhte und wohl vor allem als weiterer Anreiz für die Anwerbung von Siedlern gedacht war.
Kulturhistoriker wie Hans Ulrich Gumbrecht, Anthony Pagden und andere stellten schon bezüglich der ihrer Einschätzung nach relativ geringen Wissensproduktion in und über das spanische Amerika fest, was im Sinne des eingangs zitierten Werkes von Buarque de Holanda noch stärker auf das portugiesische Amerika zutrifft: Die Schwierigkeit, das „Andere“, über das die Eroberer neues Wissen generieren könnten, zu erfassen, das „Fremde“ zu reflektieren und die eigenen Erfahrungsprämissen zu revidieren.13 So nahmen auch die frühen portugiesischen Autoren die Unterschiede zwischen der portugiesischen und der brasilianischen Natur nicht als substantiell wahr. Der Jesuitenpater Fernão Cardim etwa bemerkte in den 1580er Jahren, als er über die schnelle Adaptation der aus Europa eingeführten Haustiere und Nutzpflanzen berichtete: „Este Brasil é já outro Portugal“ (Dieses Brasilien ist bereits ein anderes Portugal).14 Auch aus Sicht der Politik waren die Lebensverhältnisse in der Alten und Neuen Welt einander so ähnlich, dass in Amerika kaum neuartige Institutionen gegründet oder eine eigene Gesetzgebung ins Leben gerufen werden brauchten. Vielmehr schien es auszureichen, die im Mutterland gebräuchlichen Formen der Verwaltung einfach zu übertragen. Zwar fand zwischen den Amtsträgern im portugiesischen Amerika und dem Hof in Lissabon ein intensiver Briefverkehr statt, in dem ausführlich über die Vorgänge in der Kolonie beratschlagt wurde, doch scheint der Drang nach Vermittlung „vollständiger Kenntnis“ weit geringer gewesen zu sein als dies im spanischen Imperium der Fall war.15
Im täglichen Leben passten sich die portugiesischen Siedler an die örtlichen Gegebenheiten an: Sie veränderten ihre Essgewohnheiten, nahmen indigenes Heilwissen auf und profitierten von den handwerklichen Techniken und den Ortskenntnissen der Indigenen. Doch reflektierten sie dies nicht in schriftlicher Form und zollten der Nützlichkeit des indigenen Wissens keine Anerkennung. Vielmehr entsprach es dem stark von den Jesuiten bestimmten luso-brasilianischen Diskurs, die Indigenen als faul und unzivilisiert zu beschreiben. Insbesondere hätten sie kein Verständnis für die Aneignung von Besitz und wirtschaftliche Produktivität. So schrieb Pero Magalhães de Gândavo über die Einheimischen (er hielt es nicht für nötig, zwischen verschiedenen Ethnien zu differenzieren):
[Quando criam seus filhos] somente lhes pagam com aquela criação em que a natureza foi universal a todos os outros animais que não participam de razão. Mas a vida que buscam, e granjearia de que todos vivem, é à custa de pouco trabalho e muito mais descansada que a nossa porque não possuem nenhuma fazenda, nem procuram adquiri-la como os outros homens, e assim vivem livres de toda cobiça e desejo desordenado de riquezas, de que as outras nações não carecem; e tanto, que ouro nem prata nem pedras preciosas tem entre eles nenhuma valia […].16
[Wenn sie ihre Kinder aufziehen], versorgen sie sie nur mit dem, was die Natur auch allen anderen Tieren bietet, die keinen Verstand haben. Doch das Leben, das sie suchen, und das Land, von dem sie alle leben, bereitet ihnen nicht viel Arbeit. Es ist viel entspannter als unseres, weil sie keinerlei Güter besitzen und auch nicht danach streben, welche zu erlangen, wie andere Menschen. Daher leben sie frei von aller Habgier und wirrem Verlangen nach Reichtümern, an denen es den anderen Nationen nicht mangelt. So sehr, dass weder Gold noch Silber noch Edelsteine für sie irgendeinen Wert darstellen […].
Ebenso wie sich die Portugiesen darauf beschränkten, ihre eigene politische Organisation auf das fremde Land zu übertragen, ohne sie ernsthaft zu modifizieren, modifizierten sie auch ihre im Voraus gefassten Vorstellungen von dessen Bewirtschaftungsmöglichkeiten nicht wesentlich. Statt sich von den vorhandenen Ressourcen inspirieren zu lassen, suchten sie von Beginn an nach Gold und Silber. Dementsprechend berichtete der Schiffsschreiber Pero Vaz de Caminha bereits in dem Brief, mit dem er den König von der Entdeckung Brasiliens in Kenntnis setzte, über Hinweise auf ein mögliches Vorkommen von Edelmetallen. Diese beschränkten sich darauf, dass die Indigenen die Edelmetalle an den Portugiesen identifiziert und daraufhin auf ihr Land gezeigt hätten. Die Beschreibung eines möglichen Tauschgeschäftes von brasilianischem Gold gegen portugiesische Rosenkränze, welches die Indigenen angedeutet hätten, kommentierte Caminha selbstkritisch:
Isto tomávamos nós assim por o desejarmos; mas se ele queria dizer que levaria as contas e mais o colar, isto não queríamos nós entender, porque não lho havíamos de dar.17
Dies verstanden wir so, weil wir es uns wünschten; aber wenn er [der Indigene] sagen wollte, dass er die Rosenkranzperlen und die Goldkette des Kapitäns mitnehmen wollte, so hätten wir dies nicht verstehen wollen, denn es kam nicht in Frage, sie ihm zu geben.
Anlässlich einer späteren Begegnung mit einem alten indigenen Würdenträger, erzählte Caminha, wie jener zu den Portugiesen gesprochen habe und der Kapitän zu ihm,
[…] sem nunca ninguém o entender, nem ele a nós quantas coisas lhe perguntávamos acerca de ouro, que nós desejávamos saber se havia na terra.18
[…] ohne dass jemand ihn je verstanden hätte, noch er uns [verstanden hätte] bezüglich der vielen Dinge, die wir ihn zum Gold fragten, von dem wir zu wissen wünschten, ob es solches in diesem Land gebe.
Abschließend erklärte er, dass die Portugiesen noch immer nicht wirklich wüssten, ob sich Gold, Silber oder andere Metallerzeugnisse in dem neu entdeckten Land finden ließen.19
Da die Portugiesen nicht sofort auf Gold stießen, bedienten sie sich in den ersten Dekaden nach ihrer Ankunft vor allem am reichlich vorhandenen Brasilholz, das ihnen bereits von den Atlantischen Inseln bekannt war und von dem sie wussten, dass sie damit hohe Gewinne auf den europäischen Märkten erzielen würden. Die Abholzung nahm sehr schnell ein großes Ausmaß an, so dass die Krone bereits 1534 erste Anweisungen gab, die Wälder zu schützen, um eine nachhaltigere Bewirtschaftung zu ermöglichen.20 Auch als die Krone sich entschloss, das Land zu besiedeln, förderte sie nicht die Produktion beziehungsweise Ausfuhr einheimischer Erzeugnisse, sondern führte stattdessen den Zuckerrohranbau ein. Mit dieser Nutzpflanze, die die Portugiesen seit dem Mittelalter auf der Iberischen Halbinsel kultivierten, hatten sie ebenfalls bereits auf den Atlantischen Inseln hervorragende Erfahrungen gemacht. Während der gesamten Kolonialzeit sollte der Zuckerrohranbau als Monokultur die brasilianische Agrarstruktur prägen. Mit Beginn des 18. Jahrhunderts kam schließlich als weiteres zentrales Ausfuhrgut das inzwischen im Landesinnern gefundene Gold hinzu.
Auch wenn eine solche Bewirtschaftung der Kolonie aus heutiger Perspektive wenig nachhaltig erscheint, bescherte sie der Krone lange Zeit hohe Einnahmen.21 Zunächst ergaben sich die Erträge aus der Kolonie fast ausschließlich aus dem Steuer- und Zollaufkommen der Siedler, im 18. Jahrhundert kam noch eine Abgabe von 20% aller Goldfunde hinzu, welche die Staatskasse in erheblichem Maße füllte. Brasilien war auf diese Weise bereits im 17. Jahrhundert zur ertragreichsten portugiesischen Besitzung in Übersee geworden. Sie war für die Krone profitabel, auch ohne eine staatlich organisierte Aufnahme und Verarbeitung von Wissen über die Existenz und Nutzbarkeit einheimischer Rohstoffe oder Investionen in die Erschließung neuartiger Wirtschaftszweige.22
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts entstand schließlich eine erste bedeutende Abhandlung über das Potential der brasilianischen Wirtschaft. Es handelt sich um die Cultura e Opulênica do Brasil (etwa: „Landwirtschaft und Reichtum von Brasilien“) von André João Antonil, einem italienischen Jesuiten, der 25 Jahre in Brasilien verbracht hatte, bevor er im Jahr 1711 sein Buch veröffentlichte.23 Darin berichtete er ausführlich über die technischen Einzelheiten des Zuckerrohranbaus, wofür er auf eigene Beobachtungen und die Befragung eines erfahrenen Zuckerplantagen-Meisters zurückgriff, und in kürzerer Form über den Tabakanbau, den Gold- und Silberabbau sowie die Viehwirtschaft. Vor allem in Bezug auf den Zucker handelt es sich um ein Buch, welches einen unmittelbaren praktischen Nutzen für die Plantagenbesitzer hätte haben können, denn was Landwirte sonst bestenfalls durch mündliche Überlieferung oder eigene Erfahrung lernen konnten, war hier in schriftlicher Form aufbereitet. Doch nachdem der König zunächst die Erlaubnis zum Druck und dann zum Verkauf des Buches gegeben hatte, wurde auf Anraten des Überseerates bereits zwei Wochen später fast die gesamte Auflage wieder eingezogen und verbrannt. Nur etwa sieben Exemplare blieben erhalten. Für die Entwicklung der Zuckerrohrplantagen dürfte die Abhandlung daher keinerlei Konsequenzen gehabt haben. Als Grund für die Vernichtung führen Historiker die Geheimhaltungspolitik der portugiesischen Krone gegenüber anderen Nationen an, insbesondere in Bezug auf die Goldvorkommen.24 Hierfür nahm die Krone offenbar in Kauf, dass das vorhandene Wissen selbst innerhalb der eigenen Bevölkerung nicht verbreitet wurde und die zu erwartende Steigerung der Erträge mit Hilfe wissenschaftlicher Erkenntnisse ausblieb. Zudem deutet das kopflose Vorgehen darauf hin, dass derartige Vorgänge in der Praxis nur sehr selten vorgekommen sein dürften.
Erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts erfolgte eine Änderung in der Politik des Umgangs mit Wissen und die Abkehr vom „bodenständigen Realismus“. Sie wurde ausgelöst durch die Grenzziehung zum spanischen Kolonialreich (Verträge von Madrid 1750 und San Ildefonso 1777) und die Notwendigkeit der erfolgreichen Besiedlung und Bewirtschaftung des durch sie definierten portugiesischen Gebietes. Um sich wirtschaftlich gegen die Konkurrenz der übrigen europäischen Kolonialmächte behaupten zu können, sollte die Kolonie zudem entsprechend der Maxime der portugiesischen Aufklärung ertragreicher gemacht und der Handel intensiviert werden.25 Der portugiesische Staatssekretär Marquis von Pombal (1750–1777) richtete hierfür nicht nur zwei Brasilienhandelsgesellschaften ein, sondern ließ auch den ersten Botanischen Garten Portugals und ein Museum für Naturgeschichte anlegen (1768), die seit den 1770er Jahren mit Proben von Tier- und Pflanzenarten aus Brasilien beschickt wurden.26 Außerdem reformierte er die Universität von Coimbra (1772), stärkte die Erforschung der Naturwissenschaften und stattete die Institution mit den modernsten wissenschaftlichen Geräten aus. Kurz nach dem Ende seiner Amtszeit erfolgte die Gründung einer königlichen Akademie der Wissenschaften in Lissabon (1779). Zugleich entstand im Laufe des 18. Jahrhunderts eine aufgeklärte luso-brasilianische Elite, deren Mitglieder in Brasilien geboren waren, an der Universität von Coimbra in Portugal studiert hatten und anschließend wichtige Posten im gesamten portugiesischen Imperium übernahmen.27 Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts führten Naturhistoriker und Mathematiker so genannte „philosophische Reisen“ durch, bei denen es sich um von der Krone finanzierte Expeditionen durch den amerikanischen, den asiatischen und den afrikanischen Kontinent handelte, mit dem Ziel, den König systematisch über das Potential seines Herrschaftsgebietes zu unterrichten.28
Der brasilianische Historiker Ronald Raminelli zeigte, wie die – für die portugiesische Expansionsgeschichte allgemein zentrale – Gnadenökonomie (economia da graça) auch in Bezug auf das Wissen angewendet wurde.29 Nicht allein für in Übersee geleistete Kriegsdienste habe der König seine Vasallen mit Gnaden in Form von Land, Ämtern oder Ritterordenstiteln belohnt und damit das individuelle Engagement bei der Kolonisierung gefördert, sondern auch für „Wissensdienste“. In Briefen, Berichten und Traktaten hätten ihn die Vasallen über wichtige Ereignisse und Taten informiert, mit der Aussicht auf – oft aber auch der direkten Bitte um – einen entsprechenden Gnadenerweis. Dies war bereits beim allerersten Bericht über die Entdeckung Brasiliens der Fall, dem bereits erwähnten Brief des Schiffsschreibers Pero Vaz de Caminha, der mit der Bitte schloss, dass der König Caminhas Schwiegersohn von der Verbannung nach São Tomé begnadigen möge.30 Auch das zitierte Traktat von Pero Magalhães de Gândavo sowie einzelne andere Berichte aus dem 16. Jahrhundert wurden entsprechend vom König entlohnt.31 Raminelli sieht das Konzept aber insbesondere in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verwirklicht, als sich hervorragend ausgebildete und vom portugiesischen Staat angewiesene Wissenschaftler in der Landesvermessung betätigten oder versuchten, die Landwirtschaft und den Bergbau durch die Einführung neuer Technologien ertragreicher zu gestalten. Entsprechend der Prinzipien der Gnadenökonomie hätten sie mit der Durchführung ihrer Expeditionen und der Anfertigung ihrer Berichte das Ziel verfolgt, ein prestigeträchtiges Amt am Hof oder in der Kolonialverwaltung zu übernehmen, nicht jedoch eine Tätigkeit in der Wissenschaft auszuüben. Sie hätten ihre gelehrten Abhandlungen für den König und nicht für die Veröffentlichung geschrieben, ihre Erfahrungen in der lokalen Verwaltung angewandt und nicht in den Universitäten weitergegeben. Raminelli zeigt in seiner Arbeit, wie auf diese Weise aus Wissenschaftlern Bürokraten wurden. Die in starkem Maße auf die einzelnen Individuen fokussierten Mechanismen der Gnadenökonomie hätten die Entstehung echter wissenschaftlicher Institutionen und eines sich selbst weiterentwickelnden Wissenschaftsbetriebes verhindert – in Portugal ebenso wie in Brasilien.
Arndt Brendecke vertritt in seinem Buch über die Funktionen des Wissens in der spanischen Kolonialherrschaft die These, dass die Empirie vor allem eine Begründungs- und Entlastungsfunktion in der Verwaltungspraxis der Kolonialmacht gehabt habe. Die Bedeutung von Information lag seiner Ansicht nach nicht darin, die sachliche Grundlage für eine möglichst objektive Entscheidungsfindung durch den spanischen Herrscher zu bilden, vielmehr habe sie die Entscheidungen des Hofes im Sinne der Informationsgeber vorbereitet beziehungsweise sogar vorweggenommen. Die Zentrale habe mit der Informationspraxis lediglich den Spielraum der lokalen Akteure einschränken und die tatsächlich von jenen getroffenen Entscheidungen kontrollierbar machen können. Information sei daher für den König nicht Macht, sondern ein Kompensat von Macht gewesen.32 Wie wir sahen, war der Informationsfluss im portugiesischen Imperium zwar deutlich geringer als in seinem spanischen Pendant, doch bedeutet dies nicht, dass die Macht der Zentrale dort a priori größer war, also weniger Kompensat bedurft hätte. Die brasilianischen Gebiete waren zwar wohl tatsächlich nie so autonom wie die Vizekönigreiche im spanischen Amerika,33 doch zeigen diverse Studien, dass die Stadträte im portugiesischen Amerika mindestens bis zum Ende des 17. Jahrhunderts ebenfalls relativ selbständig agierten.34 Die dennoch vorhandene Macht der Krone spiegelte sich außer in der Verleihung von Privilegien, Land- und Ehrentiteln, um die sich die lokalen Akteure unter anderem im Tausch gegen Wissen bemühten, in der wirtschaftlichen Abhängigkeit sowie in den repressiven Maßnahmen wider, die sich insbesondere, aber keineswegs ausschließlich gegen die indigene Bevölkerung richteten. Dass der portugiesische Herrschaftsanspruch über Amerika gerade durch die Formen des Wissenserwerbs zur Herausbildung moderner Staatlichkeit in Portugal beitrug, erscheint vor diesem Hintergrund wenig überzeugend.
Folgt man der Argumentation von Ronald Raminelli, wurde jedoch der spätere brasilianische Staat in außerordentlich starkem Maße durch die spezielle portugiesische Art des Umgangs mit Wissen geprägt: Wie erwähnt führte die Gnadenökonomie insbesondere zum Ende der Kolonialzeit zu einem Stab von wissenschaftlich hervorragend ausgebildeten brasilianischen Amtsträgern. Diese hatten durch ihre Reisetätigkeit oft eine integrale Sicht auf das portugiesische Imperium, mit dessen Rohstoffen und deren Nutzungsmöglichkeiten sie sich intensiv beschäftigt hatten. Aus den Gnadenerweisen des Königs erwuchs zugleich eine hohe Loyalität der Amtsinhaber zur Krone und zum Staat. Raminelli sieht hierin einen wesentlichen Grund für das große Engagement der brasilianischen Eliten für den Zusammenhalt des portugiesischen Weltreiches auch nach der Übersiedlung des Hofes nach Amerika. Letztlich ist auch der – im Gegensatz zu den ehemaligen spanischen Kolonien – relativ unaufgeregt erfolgte Unabhängigkeitsprozess, der Zusammenhalt des brasilianischen Territoriums (an Stelle der Aufspaltung in einzelne Staaten) sowie die Beibehaltung einer monarchischen Regierungsform aus dieser Konstellation erwachsen. Man kann also sagen, dass die Abkehr vom „bodenständigen Realismus“ das Fundament für die spezifische Erscheinungsform des unabhängigen brasilianischen Staates legte. Weit mehr als für den portugiesischen Staat scheinen die Praktiken der Wissensgenerierung daher für den brasilianischen Staat konstitutiv gewesen zu sein.
Portugal hatte auch ohne die Erhebung von allzu viel Wissen über lange Zeit mit großem wirtschaftlichen Erfolg über Brasilien geherrscht. Der von Buarque de Holanda propagierte „bodenständige Realismus“ mag zwar nicht dem Zeitgeist der Moderne entsprochen haben und weder kreativ noch wissenschaftsfördernd gewesen sein, dennoch stellte er sich für den portugiesischen Staat als durchaus funktionale Alternative zum spanischen Modell heraus.
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