... der Augenblick ist mein und nehm ich den in Acht
Zitierempfehlung (Kapitel)

Kruse, Andreas et al.: Schmerzempfinden und Schmerzverarbeitung, in: Kruse, Andreas und Schmitt, Eric (Hrsg.): ... der Augenblick ist mein und nehm ich den in Acht: Daseinsthemen und Lebenskontexte alter Menschen, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2022, S. 225-244. https://doi.org/10.17885/heiup.844.c12426

Weitere Zitierweisen
Lizenz

Dieses Werk ist unter der
Creative Commons-Lizenz 4.0
(CC BY-SA 4.0)
veröffentlicht.
Creative Commons Lizenz BY-SA 4.0

Identifikatoren (Buch)
ISBN 978-3-96822-075-8 (PDF)
ISBN 978-3-96822-076-5 (Hardcover)

Veröffentlicht am 14.04.2022.


Andreas Kruse, Hartmut Remmers, Eric Schmitt, Beate Wild

Schmerzempfinden und Schmerzverarbeitung

Zusammenfassung Gegenstand des Kapitels sind die subjektive Bedeutung von Schmerzen sowie Merkmale des Schmerzerlebens und deren Zusammenhänge mit der psychischen Situation bei alten Menschen. Für 260 der 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 75 bis 95 Jahren erwiesen sich Schmerzen im Interview als ein Daseinsthema von mittlerer oder großer Bedeutung. Die für diese erstellten Schmerzprotokolle ergaben keine statistisch bedeutsamen Korrelationen zwischen der Häu­figkeit und Intensität von Schmerzen und den mithilfe psychometrischer Verfahren erhobenen zehn Merkmalen der psychischen Situation. Für das Ausmaß der Schmerzkontrolle ergaben sich hingegen (hoch-)bedeutsame Zusammenhänge zu Optimismus, Kohärenzgefühl, wahrgenommenen Entwick­lungsgewinnen und Lebenszufriedenheit. Die Ergebnisse legen nahe, dass (a) Schmerztherapien im Alter weiterhin noch nicht genügend zum Einsatz gelangen oder noch nicht ausreichend erfolgreich sind, (b) das Schmerzerleben in eine körperliche, psychische und sozialkulturelle Gesamtsituation ein­gebettet ist, die einerseits Zusammenhänge zwischen Schmerzen und Merkmalen der psychischen Si­tuation moderiert, andererseits auch unabhängig vom Schmerzerleben die psychische Situation beein­flusst. Vor diesem Hintergrund sind eine differenzierte Schmerzdiagnostik und eine an individuellen Bedarfen und Bedürfnissen ausgerichtete Schmerztherapie wichtige Ansatzpunkte für die gesundheit­liche Versorgung im Alter.

Schlagwörter Chronische Schmerzen, Prävention im Alter, psychische Situation im Alter, Schmerz­erleben, Schmerztherapie